Sa, 19. Jänner 2019

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04.01.2018 11:28

AfD-Politiker nennt Noah Becker „Halbneger“

Mit einer Reihe schlimmer Provokationen ist ein deutscher AfD-Politiker ins neue Jahr gestartet: Der Bundestagsabgeordnete Jens Maier bezeichnete Noah Becker, Sohn der Tennis-Legende Boris Becker, auf Twitter als „Halbneger“, nachdem dieser in einem Interview über rassistische Vorfälle gesprochen hatte. Führende deutsche Politiker reagierten mit Kritik. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sprach von einem "widerlichen und unerträglichen Ausfall".

Noah Becker äußerte sich in einem Interview mit der Zeitschrift „Emotion“ über seine Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland: „Ja, auch ich bin wegen meiner braunen Hautfarbe attackiert worden. Im Vergleich zu London oder Paris ist Berlin eine weiße Stadt.“ Doch auch über die „nervige Rolle des Dauersohns“ seines berühmten Vaters ging es in dem Interview mit dem 23-Jährigen.

„Zu wenig Beachtung geschenkt worden“
Maier twitterte zunächst das Interview und zeigte sich über eine Aussage Beckers, in der er Deutschland als rassistisch bezeichnete, verärgert. Als ein anderer Twitter-User den AfD-Politiker deswegen kritisierte, entgegnete dieser: "Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“ Das Posting wurde kurz danach von Twitter gelöscht.

Anwalt eingeschaltet
Maier erklärte daraufhin, dass nicht er, sondern einer seiner Mitarbeiter den Tweet abgesetzt hatte. Diesem Mitarbeiter - Maier wollte keinen Namen nennen - würden nun Konsequenzen drohen. Die "Bild" berichtete zudem, dass Noah Becker in Absprache mit seinem Vater Boris rechtliche Schritte eingeleitet hat.

"Widerlicher und unerträglicher Ausfall"
Auch von zahlreichen Politikern wurde Maier stark kritisiert. Der Vizepräsident des deutschen Bundestags, Thomas Oppermann, sprach in der "Bild" von einem "widerlichen und unerträglichen Ausfall". Britta Haßelmann, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, stufte den Tweet als "völlig inakzeptabel" und "demokratiefeindlich" ein. Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland wiederum erklärte mit Blick auf Maier lediglich: "Das ist nicht sein Stil."

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