Fr, 19. April 2019
30.12.2017 16:03

Nach Katastrophe 2010

Ölbohrungen auf See: Trump will Regeln lockern

Die US-Regierung will die Sicherheitsstandards für Ölbohrungen auf See lockern. Die Regeln, die nach der verheerenden "Deepwater Horizon"-Explosion und der darauffolgenden Ölpest im Golf von Mexiko 2010 erlassen worden waren, sollen abgeschafft werden. Ziel sei es, die "unnötige Restriktionen" für die Industrie zu beseitigen und damit die heimische Energieförderung zu stärken, begründet das Kabinett von Präsident Donald Trump den Plan.

Trump hatte die Behörden im April zu einer Überarbeitung des Regelwerks aufgefordert, das nach der bisher schwersten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA eingeführt worden war.

Die nunmehrigen Vorschläge der für die Öl- und Gasförderung auf See zuständigen Aufsichtsbehörde Bureau of Safety and Environmental Enforcement (BSEE) im Innenministerium sehen vor, dass die Anforderungen an die Sicherheit und den Umweltschutz gesenkt werden, um Ölbohrungen im Meer künftig zu erleichtern und "unnötige Restriktionen" für die Industrie zu kippen. 

US-Öl- und Gasproduktion soll gestärkt werden
Indem die Auflagen und die Lasten der Regulierung für die Industrie "verringert" würden, würde die heimische Öl- und Gasproduktion gestärkt, erklärte BSEE-Chef Scott Angelle am Samstag. Er sei zuversichtlich, dass eine Revision des Regelwerks zur Produktionssicherheit dem Ziel der Regierung diene, die Marktstellung auszubauen.

Die geplanten Lockerungen brächten der Industrie in den kommenden zehn Jahren Einsparungen in Höhe von mindestens 228 Millionen Dollar (rund 190 Millionen Euro). Gleichzeitig betonte Angelle, dass die hohen Sicherheits- und Umweltstandards beibehalten würden – Details dazu nannte er jedoch nicht.

Hunderte Millionen Liter Erdöl ins Meer geströmt
Die verschärften Sicherheitsstandards waren nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 eingeführt worden. Bei der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" des britischen Ölkonzerns BP waren elf Arbeiter ums Leben gekommen und Hunderte Millionen Liter Erdöl ins Meer geströmt.

87 Tage dauerte es, bis das Unternehmen das Leck schließen konnte, die Folgen für die Umwelt waren verheerend. Die Katastrophe kostete BP bisher mehr als 63 Milliarden Dollar an Strafzahlungen und Schadenersatz.

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