25.12.2017 12:14 |

Sperre ausgeweitet

Felssturz in Tirol: 130 Menschen für Tage gefangen

Nach einem massiven Felssturz am Heiligen Abend im Tiroler Vals hat die Sperre des Gefahrengebietes ausgeweitet werden müssen: Neben den etwa 80 eingeschlossenen Menschen sitzen auch weitere 50 Personen fest. Auch sie müssen noch bis zu zwei Tage ausharren. Neun Häuser müssten evakuiert werden. Verletzt wurde niemand - eine Gruppe Kinder hatte aber ein Riesenglück: Sie war nur kurze Zeit vor dem Unglück auf der Landesstraße L230, die nun auf einer Länge von 150 Metern mit Felsen und Erdreich verschüttet ist, unterwegs gewesen! 

Der Felssturz ereignete sich nach Angaben der Exekutive gegen 18.15 Uhr bei der Abzweigung Padaun. Dabei gingen nicht nur Felsen ab, sondern auch Erdreich und Bäume. In Absprache mit einem Landesgeologen wurde der betroffene Bereich weiträumig abgesperrt und evakuiert.

Neun Häuser mit 36 Personen waren betroffen, inzwischen durften die Bewohner von sechs der Häuser wieder nach Hause zurückkehren. Die weiteren wurden in einem Gasthaus untergebracht oder kamen bei Verwandten oder Freunden unter. Rund 80 weitere Personen sind aufgrund der Straßensperre im hinteren Tal eingeschlossen, wegen der ausgeweiteten Sperre sitzen nun auch die 50 Bewohner des Weilers Padaun fest. Ein Weg, der zu ihren Häusern führt, steht derzeit nur den Einsatzkräften zur Verfügung.

"Am Berg kracht und donnert es"
"Es war ein gigantischer Felssturz. Am Berg kracht und donnert es auch weiterhin und Felsmaterial stürzt ins Tal", schilderte Landesgeologe Gunther Heißel nach einer ersten Begutachtung gegenüber dem Nachrichtenportal regionews.at die Lage. Am Vormittag fanden für einen Überblick über die Lage mehrere Hubschrauberflüge statt. Nach dem dritten Erkundungsflug musste die Sperre sogar ausgeweitet werden. "Die Eingeschlossenen werden voraussichtlich noch zwei Tage nicht erreichbar sein", erklärte Bürgermeister Klaus Ungerank zu Mittag.

Der Hubschrauber soll auch die Notversorgung der abgeschnittenen Personen sicherstellen. Die Lage sei aber nicht prekär. "Für Weihnachten hat sich jeder eingedeckt", gewann Ungerank dem Zeitpunkt des gewaltigen Felssturzes auch einen kleinen positiven Aspekt ab.

Risse im Bereich des Felssturzes dehnen sich weiter aus 
Grund für die Ausweitung der Sperre sei, dass sich laut dem Landesgeologen im Bereich des Felssturzes "tiefe Risse sehr, sehr stark ausgedehnt" hätten und weiterhin Abstürze im Gang seien. Dadurch wiederum sei eine Evakuierung der Abgeschnittenen nicht wie vorgesehen möglich, obwohl an der Adaptierung eines Forstwegs bereits gearbeitet wurde. Die Hoffnung für die rund 80 Abgeschnittenen, noch am Montagabend aus dem Gebiet herauszukommen, erfüllte sich damit nicht.

Kinder passierten Stelle kurz vor Felssturz
Im Gemeindeamt Vals tagte zu Mittag eine Krisensitzung mit Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) an der Spitze. Es sei, "auch wenn es kitschig klingt, ein Weihnachtswunder", hieß es, denn niemand sei verletzt worden. Auch keines der Kinder, die die Unglücksstelle nur wenige Minuten vor dem Absturz auf dem Heimweg von der Christmette passiert hatten. Bisher seien auch noch keine Schäden an Gebäuden entstanden.

Das Freiräumen der Valser Landesstraße wird, so teilte die Landesregierung mit, gut drei Wochen dauern. In der derzeitigen Gefahrenlage ist jedoch nicht mit einem Räumungsbeginn zu rechnen. Bisher hatte es in dem Gebiet keine Probleme mit größeren Felsstürzen gegeben.

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