24.06.2009 12:41 |

Romantik-Komödie

"Liebe auf den zweiten Blick"

Zweiter Frühling jenseits der Lebensmitte: In der herzerwärmenden Romanze „Last Chance Harvey - Liebe auf den zweiten Blick“ lassen sich die Oscar-Preisträger Dustin Hoffman und Emma Thompson auf ein spätes Glück ein. Ein zauberhaft-romantischer Flirt-Parcours mit Hindernissen, der London zu einem Paris an der Themse werden lässt!

„Manchmal ist der Zufall der Architekt des Glücks“, sinniert Emma Thompson lächelnd. „Das Fundament muss stimmen.“ Ihr Esprit verleiht ihr jugendlichen Charme und nimmt ihr die Blasiertheit einer englischen Lady. Zuletzt, in „Wiedersehen mit Brideshead“, verströmte sie eisige aristokratische Noblesse. Filme wie „Howard’s End“, „Was vom Tage übrigblieb“ oder „Sinn und Sinnlichkeit“ machten sie zu einer der angesehensten Filmschaffenden - und zur Oscar-prämierten Aktrice.

Für die bezaubernde und aufrichtig erwachsene Romanze „Liebe auf den zweiten Blick“, eine wunderbar leise Komödie des britischen Regie-Nachwuchstalents Joel Hopkins („Jump Tomorrow“), stand Emma Thompson mit Dustin Hoffman vor der Kamera. Ein wunderbarer Besetzungs-Coup, treffen hier doch zwei Schauspieler aufeinander, die einander mit und ohne Drehbuch so raffiniert um den Finger wickeln, dass es eine Freude ist.

London ist stimmiges Passepartout dieser zarten Annäherung, wird zu einem „Paris an der Themse“, verzaubert mit völlig neuen Blickwinkeln zwischen Somersethouse und Southbank Centre. Und wenn die waschechte Londonerin Emma Thompson sagt, dieser Film sei so etwas wie ein Valentinsgeschenk an die Stadt, dann will das was heißen!

Einsame Herzen treffen sich am Flughafen
Ein Mann und eine Frau - Treibgut inmitten des anonymen Hastens auf dem Londoner Flughafen. Er, Harvey (Dustin Hoffman), ein New Yorker Komponist für Werbespot-Melodien, zerrissen zwischen einer handfesten Schaffenskrise und einer strapaziös-familiären Mission - die Hochzeit seiner einzigen Tochter -, sie, Kate (Emma Thompson), die ihre Leere mit Umfragen füllt, dem Telefonterror der rüstigen Frau Mama rund um die Uhr ausgesetzt. 

Ein erstes Aufeinanderprallen endet ruppig, ein zweites, in der Flughafenbar, wo Harvey seinen Frust ertränkt, und Kate, in einen Roman vertieft, einfach nur abschalten will, verläuft moderat interessiert. Zwei Fremde, die wie Plankton in der Ursuppe aufeinander zutreiben und denen die Neugier aufeinander mit einem Mal die Seele weit macht. Da pendelt diese geistreiche Romantik-Komödie für Best Ager längst schon zwischen Herz, Verstand und Wortwitz, und Dustin Hoffman, der charismatische „Little big man“, gibt den sensiblen „Marathon Man“ in Sachen Charme.

Dustin Hoffman und Emma Thompson hatten bei „Stranger Than Fiction“ (2006) erstmals zusammengearbeitet. „Das waren aber nur ein paar Szenen“, erinnert sich Hoffman. „Wir sind damals die Straßen hinuntergegangen und haben dabei unsere Sätze gelernt, aber so, dass die Leute diese für echte Unterhaltung hielten und große Ohren bekamen.“ Und weiter: „Emma und ich waren unser ganzes Leben lang mit Charakterrollen befasst. Dieses Mal wollten wir etwas spielen, das sehr viel mit uns zu tun hat.“

Emma Thompson steht auf "Vintage-Männer"
Thompson: „Es ist doch erfrischend zu wissen, dass eine einzige Begegnung unser Leben aus den Angeln heben kann.“ Mit Internet-Partnerschaftsbörsen kann die britische Aktrice absolut nichts anfangen. „Sich einem gesichtslosen Jemand anzuvertrauen erscheint mir so spannend wie Teetrinken. Für mich ist es wichtig, in einem Antlitz zu lesen.“ So manche reife Frau beruft sich auf die Qualitäten eines jungen Liebhabers, der ihr die Nächte versüßt. Thompson: „Ach, das kann ein 'Vintage-Mann' in den besten Jahren auch! Vielleicht sogar noch wesentlich raffinierter. Wenn dann noch die Interessen übereinstimmen, nennt man das Liebesjackpot!“

Der Film „Liebe auf den zweiten Blick“ erzählt verschmitzt von der Chance auf spätes Glück. Thompson: „Ich möchte Menschen auf der Leinwand sehen, von denen ich glauben kann, dass sie tatsächlich existieren, mir vage ähneln. Menschen, die nicht perfekt sind, die nicht so wunderschön aussehen, dass sich jeder automatisch in sie verliebt. Eine Liebesgeschichte wie die unsere sieht man sonst nie. Es geht immer nur um sehr attraktive Menschen, die sich ineinander verlieben, und das langweilt mich zu Tode.“    

von Christina Krisch, Kronen Zeitung

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