Mi, 20. Juni 2018

Brisante Fracht

18.05.2009 12:45

"Größter Atom-Transport aller Zeiten" in Japan

Nach einem weitgehend geheim gehaltenen und strikt überwachten Seetransport ist am Montag eine große Ladung wiederaufbereiteten Atommülls auf einem in Frankreich gestarteten Frachter in Japan angekommen. Das Schiff "Pacific Heron" ging im zentraljapanischen Omaezaki vor Anker. Während des zweimonatigen Transports vom nordfranzösischen Hafen Cherbourg nach Japan wurde der Frachter von britischen Polizisten überwacht. Die Umweltorganisation Greenpeace erklärte, der Atom-Transport sei "der größte aller Zeiten" gewesen, das Material an Bord reiche zur Produktion von 225 Atombomben.

An Bord des Frachters befand sich der wiederaufbereitete Spezialbrennstoff MOX, ein Gemisch aus bereits zur Energieproduktion verwendetem Plutonium und Uran. Das aufbereitete Atommaterial ist für die drei japanischen Energieunternehmen Kyushu Electric, Shikoku Electric und Chubu Electric bestimmt. Die "Pacific Heron" soll dazu noch zwei weitere japanische Häfen anlaufen.

Piratenangriffe befürchtet
Einzelheiten zum Transport waren nicht bekanntgegeben worden, um Angriffen von Terroristen und Piraten vorzubeugen. Seitens der französischen Atomindustrie, die auf die Wiederaufbereitung von Atombrennstäben spezialisiert ist, hieß es lediglich, das Material  an Bord sei unbrauchbar zur Waffenproduktion. Zuletzt war im Jänner 2001 ein MOX-Transport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Japan organisiert worden.

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