Di, 21. August 2018

Attentate in Ungarn

28.02.2009 10:33

Polizei nimmt zwei mutmaßliche Roma-Mörder fest

Die ungarische Polizei hat zwei Männer festgenommen, die im vergangenen November in der südungarischen Stadt Pecs (Fünfkirchen) ein Roma-Ehepaar ermordet haben sollen, berichteten Budapester Zeitungen am Samstag. Der 43-jährige Ex-Polizist und sein um zwei Jahre älterer Bruder sollen eine Handgranate in das Haus der Opfer geworfen haben. Zwei der drei im Haus schlafenden Kinder des Ehepaars wurden bei der Explosion leicht verletzt. Während dieser Anschlag geklärt sein dürfte, tappen die Ermittler bei einer anderen Attentatsserie auf Roma im Dunkeln.

Gegenüber der Polizei hätten die beiden mutmaßlichen Täter des Anschlags in Pecs "persönliche Rache" als Motiv angegeben. Beobachter gehen aber in diesem Fall weiter von einer Unterwelt-Abrechnung aus. Der ermordete Mann war in fragwürdige Geschäfte verwickelt gewesen, der ehemalige Ordnungshüter, der 18 Jahre lang als Verkehrspolizist arbeitete, war zum Tatzeitpunkt als privater Wachmann tätig.

Rassistischer Hintergrund wahrscheinlich
Weiter im Dunklen tappt die Polizei hingegen bei einer Serie von Anschlägen gegen Roma, bei denen ein rassistischer Hintergrund vermutet wird. Am vergangenen Montag waren in Tatarszentgyörgy bei Budapest ein Familienvater und sein kleiner Sohn erschossen worden, nachdem die unbekannten Täter ihr Haus in Brand gesetzt hatten. Die Polizei sieht inzwischen Zusammenhänge zu sieben ähnlichen Anschlägen in anderen Landesteilen. Bei diesen waren insgesamt zwei Roma getötet und mehrere verletzt worden.

"Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen wurden diese Straftaten von zwei bis drei Männern verübt, die ihre Ziele zuvor wahrscheinlich im Geländewagen gründlich ausgekundschaftet haben", erklärte der Direktor der zentralen Ermittlungsbehörde NNI, Attila Petöfi in Budapest. "Die Opfer wohnten im Allgemeinen in den am weitesten am Rand gelegenen Häusern der jeweiligen Ortschaft", fügte er hinzu. Experten zufolge könnte es sich bei diesen Tätern um fanatische Extremisten handeln.

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