So, 19. August 2018

Frauen unberührbar

19.02.2009 12:38

Bizarre Diskussion ums Händeschütteln im Iran

Kopfschütteln über das Händeschütteln: Darf ein Iraner im westlichen Ausland einer Frau die Hand schütteln? Diese für den Präsidentschaftswahlkampf offenkundig wichtige Frage bewegt gegenwärtig Reformer und Hardliner in Teheran. Anlass zur Diskussion gibt ein im Internet aufgetauchtes Foto, auf dem der Reformer Mohammad Khatami, Herausforderer von Präsident Mahmoud Ahmadinejad, einer Europäerin die Hand gibt. Reformer befürchten, dass dieses vermutlich vor zwei Jahren in Italien aufgenommene Foto jetzt im Wahlkampf gegen Khatami benutzt werden könnte.

Nach den strengen Regeln des Islam dürfen Männer im Iran, allen voran Beamte und Politiker, fremde Frauen in der Öffentlichkeit nicht berühren. Das Händeschütteln fällt auch unter dieses Tabu. "Nur wenn es um nationale Interessen geht, ist das Händeschütteln mit ausländischen Frauen kein Thema, auch nicht für die islamischen Sittenwächter", sagte Mostafa Koakabian, Chef einer kleineren Reformpartei.

Nur bei "nationalem Interesse"
Da sich Iraner im Ausland mit Frauen, die bei offiziellen Anlässen die Hand zum Gruß ausstrecken meist schwertun gab Koakabian einen Tipp: "Das Händeschütteln mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel etwa ist notwendig", sagte er. "Wenn sie die Hand ausstreckt, sollte diese nicht zurückgewiesen werden, da es hier um nationale Interessen geht."

Handkuss "unanständiges Verhalten"
In dem streng islamischen Iran war der ultrakonservative Präsident Ahmadinejad vor zwei Jahren schwer kritisiert worden, weil er bei einer Wiedersehensfeier seiner ehemaligen Volksschullehrerin vor laufenden Kameras die Hand geküsst hatte. Der Fall galt als einzigartig in der Geschichte der islamischen Republik, die Geistlichkeit warf dem Staatschef "unanständiges Verhalten" vor.

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