So, 23. September 2018

Fataler Irrtum

06.02.2009 17:48

FARC tötetete elf Politiker aus Versehen

Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben am Donnerstag wie angekündigt die letzte von insgesamt sechs Geiseln freigelassen. Der frühere Abgeordnete des Parlaments der Provinz Valle del Cauca, Sigifredo Lopez (Bild), war am 11. April 2002 gemeinsam mit elf weiteren Abgeordneten des Parlaments der Provinz Valle del Cauca durch ein Täuschungsmanöver in die Hände der FARC geraten. Laut Lopez haben die Rebellen 2007 elf von ihnen entführte Abgeordnete aus Versehen getötet. Die Bewacher hätten die Politiker "aus Verfolgungswahn" umgebracht, als sie am 18. Juni 2007 eine andere Rebelleneinheit mit dem Militär verwechselt hätten.

Er habe nur überlebt, weil ihn die Rebellen kurz vor der Tötung der anderen Geiseln zur Bestrafung von seinen Kameraden getrennt hatten, erklärte Lopez. Die FARC hatten damals verlauten lassen, die Geiseln seien bei einem Schusswechsel mit einer unbekannten bewaffneten Truppe getötet worden.

Opfer aus nächster Nähe erschossen
"Ich bin davongekommen, weil Gott allmächtig ist. Sie hatten mich von den anderen getrennt, um mich zu bestrafen, und ich sollte bis Dezember 2007 in Ketten gelegt werden", erzählte Lopez. Die Opfer seien von den Rebellen aus nächster Nähe erschossen worden. Die Angaben von Lopez decken sich mit den Ergebnissen gerichtsmedizinischer Untersuchungen der später von den Rebellen übergebenen Leichen. Die FARC hatten angesichts gewaltsamer Befreiungsaktionen durch das Militär wiederholt gewarnt, sie würden Geiseln in einem solchen Fall sofort töten.

Insgesamt noch 800 Entführungsopfer
Mit der Freilassung von Lopez hat die marxistische Rebellengruppe seit vergangenem Sonntag insgesamt sechs Geiseln ohne erkennbare Gegenleistung gehen lassen. Diese als Geste des guten Willens gewertete Aktion hatte sie schon kurz vor Weihnachten angekündigt. In der Gewalt der Rebellen befinden sich damit noch 22 Polizisten und Militärs, die aus politischen Gründen festgehalten werden. Die FARC wollen sie gegen inhaftierte Rebellen eintauschen. Für weitere schätzungsweise 800 Entführungsopfer fordert die Guerilla hohe Lösegelder.

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