Der schockierende Überfall spielte sich gegen 14 Uhr mitten auf dem Volkertplatz ab. "Wir gehen gemeinsam in Richtung Eislaufverein, als plötzlich an der Spitze ein Tumult ausbricht. Ich sehe, wie ein etwa 20-jähriger Typ auf meine zierliche Kollegin eindrischt und höre, wie sie verzweifelt um Hilfe brüllt", schildert Till I.
Die Gruppe war auf dem Weg zum Eislaufverein, unter den 24 Schülern sei es dabei zu kleinen Streitigkeiten mit Beschimpfungen gekommen. Diese habe der 17-Jährige auf sich bezogen. Über den genauen Hergang des Geschehens gehen die Darstellungen allerdings etwas auseinander. So gibt es auch Aussagen, wonach ein Schüler den Arbeitslosen beleidigt haben soll.
"Ich schlage auch Lehrer"
Der 17-Jährige verpasste dem Burschen, von dem die Aussage stammte, jedenfalls eine Ohrfeige - der 54-jährige Lehrer, der sofort nach vorne gestürmt war, stellte sich daraufhin schützend vor seine Schüler, erklärte Oberstleutnant Robert Klug von der Kriminaldirektion 1. Die Konsequenz: Mit der Drohung "Ich schlage auch Lehrer" begann der 17-Jährige auf den Pädagogen einzuprügeln - tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von seinen beiden 15- und 16-jährigen Freunden. Die zwei Mädchen, die das Trio begleiteten, mischten sich nicht ein. Der Lehrer sank daraufhin blutüberströmt zu Boden. In der Zwischenzeit alarmieren die Zeugen Rettung und Polizei.
Wer dem Lehrer dabei die Verletzung - ein Rissquetschwunde am Auge - zugefügt hat, muss noch festgestellt werden. Ausgeforscht werden konnten die drei mutmaßlichen Täter aufgrund der Personenbeschreibung. Polizisten aus Brigittenau erkannten anhand der Zeugenangaben einen ihnen bereits gut bekannten 17-Jährigen wieder. Der Lehrer und seine Schüler identifizierten diesen schließlich als den Anzettler der Schlägerei. Der Jugendliche wiederum machte bei der Polizei Angaben über seine Komplizen. Dem verletzten Lehrer geht es den Umständen entsprechend gut, eine Beeinträchtigung des Augenlichtes wird laut Polizei ausgeschlossen.
"Wir haben genug von dem permanenten Straßenterrror"
"Die Schläger haben offenbar nicht damit gerechnet, dass ich mich zur Wehr setze, und wurden erkannt. Aber wir haben in unserer Mittelschule genug von dem permanenten Straßenterror. Erst kürzlich habe ich einen Schüler mit zertrümmertem Knie ins Spital geführt. Ich bin seit 28 Jahren Lehrer, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", so der verletzte Wiener Pädagoge.
Von Florian Hitz, Kronen Zeitung, und krone.at
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