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Mars-Sonde von 1976 vergiftete vor Analyse ihre Proben

05.09.2010, 20:15
Mars-Sonde von 1976 vergiftete vor Analyse ihre Proben (Bild: ESA/ESOC)
Foto: ESA/ESOC
Wissenschaftler aus Mexiko und den USA haben in den alten Forschungs- Ergebnissen der NASA- Sonde "Viking 1", die vor 34 Jahren erstmals biologische Experimente auf dem Mars durchführte, Hinweise auf massive Probenverfälschungen gefunden. Nach "Viking 1" hieß es lange Zeit, es gebe keine Lebensspuren auf dem Mars. Jetzt legt die Studie nahe, dass die Sonde mit ihrer Arbeitsweise etwaige Lebensspuren abgetötet hätte, noch bevor sie sie entdecken konnte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es auf dem Roten Planeten doch organisches Material gibt, ist laut den Wissenschaftlern der Autonomous University in Mexiko wieder ein Stück gestiegen. Denn in ihrer Studie wollen die Forscher herausgefunden haben, dass Vikings Untersuchungen der Bodenproben vom roten Planeten vor 34 Jahren wahrscheinlich fehlerhaft waren und der Marsforschung möglicherweise über Jahre die Erfolgsaussichten verschleierten.

Viking vergiftete Proben durch zu viel Hitze

Ursache der Probenverfälschungen soll Perchlorat- Salz im Marsboden sein, dessen Vorkommen am Mars erst vor zwei Jahren entdeckt worden war. Dieser für den Menschen giftige Stoff, der die Existenz von Leben bzw. Spuren organischen Materials jedoch nicht ausschließt, sei damals von der "Viking" im Zuge der Experimente mit dem Marssand viel zu stark erhitzt worden und habe damit nahezu jede Probe verunreinigt, weil etwaige vorhandene Lebensspuren durch den Giftstoff noch vor der Analyse vernichtet wurden.

"Das sagt zwar noch nichts über die Frage aus, ob es jemals Leben auf dem Mars gab, aber es könnte einen großen Unterschied machen, wie wir künftig nach Beweisen dafür suchen", sagte NASA- Wissenschaftler Chris McKay, Co- Autor der im Fachblatt "Geophysical Research - Planets" veröffentlichten Studie.

Viking- Chef hält Studie für "hoch spekulativ"

Der Leiter des Viking- Experimentes hält die neuesten Erkenntnisse hingegen für zweifelhaft. Es sei hoch spekulativ, dass in den damals untersuchten Bodenproben tatsächlich Perchlorat enthalten gewesen sei, sagte Klaus Biemann, pensionierter Professor am Massachusetts Institute of Technology. Die Ergebnisse "seiner" Mission gelten jedoch bereits seit einigen Jahren als umstritten.

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