Fr, 24. November 2017

„Schwul, „betrunken“

30.10.2017 09:48

Kevin Spacey hat 14-Jährigen sexuell belästigt

Frank Underwood hätte es nicht besser machen können. Hollywoodstar Kevin Spacey hat einem Schauspieler, der ihn eines sexuellen Übergriffs vor 30 Jahren bezichtigt, mit einer postwendenden offenen und ehrlichen Entschuldigung, in der er sich auch gleich zu seiner Homosexualität bekennt, versucht, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Der zweifache Oscarpreisträger meldete sich in der Nacht auf Montag auf Facebook und Twitter zu Wort, nachdem ihm der "Star Trek Discovery"-Star Anthony Rapp einen sexuellen Übergriff vorgeworfen hatte. Er erklärte, dass er sich an den Vorfall "ehrlich nicht erinnern könne", sollte es aber so gewesen sein, dann tue es ihm leid. Auch, dass der Schauspieler dies sein Leben lang mit sich herumgetragen habe.

"Unangemessenes, betrunkenes Verhalten"
"Wenn ich mich so verhalten habe, wie er es beschreibt, dann schulde ich ihm meine aufrichtige Entschuldigung", schrieb der Star der Netflix-Serie "House of Cards". Es habe sich um ein "höchst unangemessenes Verhalten" im Zustand der Trunkenheit gehandelt.

Zugleich wolle er Rapps Vorwürfe zum Anlass nehmen, "andere Dinge über mein Leben anzusprechen": Er habe in seinem Leben Beziehungen zu Männern und zu Frauen gehabt. "Jetzt lebe ich als schwuler Mann", schrieb der 58-Jährige, der unter anderem für seine Rolle im Spielfilm "American Beauty" mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

"Versuchte, mich zu verführen"
Rapp hatte der Online-Seite "Buzzfeed News" von einer Party im Jahr 1986 berichtet, zu der Spacey ihn als damals 14-Jährigen in seine New Yorker Wohnung eingeladen hatte. Demnach schaute Rapp gerade in Spaceys Schlafzimmer Fernsehen, als der offenbar betrunkene Schauspieler ins Zimmer kam, ihn "wie eine Braut" ins Bett hob und sich auf ihn legte. 

"Er hat versucht, mich zu verführen", sagte Rapp. Er habe sich dann "rauswinden können" und später die Wohnung verlassen. Spacey - damals Mitte 20 - und Rapp kannten sich von gemeinsamen Aufführungen auf dem New Yorker Broadway. 

Debatte um sexuelle Belästigung in der Filmbranche
Rapp machte die Anschuldigungen im Zuge der Vergewaltigungs- und Belästigungsvorwürfe gegen Filmproduzenten Harvey Weinstein öffentlich, wie er auf Twitter erklärte.

Der Skandal um den einst einflussreichen Hollywood-Mogul hat zu einer großen Debatte über sexuelle Belästigung unter anderem in der Filmbranche geführt. Auch in Österreich haben sich Prominente unter dem Hashtag #metoo geoutet, in ihrem Leben Übergriffe erfahren zu haben. Größere Aufregung löste jedoch ein Facebook-Posting von "Vorstadtweib" Nina Proll aus, die darin anprangerte, dass einige mit ihren Storys jetzt "hausieren gehen". Da viele empörte Userinnen das Posting gemeldet hatten, war es kurzfristig von Facebook gelöscht worden.

Pamela Fidler-Stolz
Redakteurin
Pamela Fidler-Stolz
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