Mi, 22. November 2017

#notme-Aufregung

30.10.2017 07:36

Löschung von Prolls Posting für Facebook „Fehler“

Große Aufregung herrscht seit Tagen rund um ein Facebook-Posting von Nina Proll zur derzeit allgegenwärtigen #metoo-Debatte. Darin schreibt die Schauspielerin - allerdings unter dem Hashtag notme - unter anderem, sie sei in den 20 Jahren ihrer Karriere nie sexuell belästigt worden. Allerdings habe sie eventuelle Annäherungsversuche auch "erst mal als Kompliment" verstanden. "Ich würde mich schämen, jetzt damit hausieren zu gehen." Weil es über das Posting zahlreiche Beschwerden gab, löschte Facebook den Post kurzzeitig - und bezeichnet diesen Vorgang nun als "Fehler".

Mittwochnachmittag postete Proll ihren Kommentar auf ihrer Facebook-Seite:

Darin schreibt die Schauspielerin unter anderem, sie sei in den 20 Jahren ihrer Karriere nie sexuell belästigt worden. "Aber das liegt vermutlich daran, dass ich sexuelle Annährungsversuche vonseiten eines Mannes grundsätzlich erfreulich finde und einen solchen erst mal als Kompliment und nicht als Belästigung verstehe. Aber das ist bestimmt mein Fehler." Wenn ältere, mächtige Männer ihr Avancen gemacht haben, habe sie "höchstens Mitleid" mit ihnen gehabt. Sie würde sich "schämen, jetzt damit hausieren zu gehen". Über 900 Mal wurde das Posting geteilt, beinahe 1500 Kommentare sind mittlerweile darunter zu finden.

In einem weiteren Posting vom Freitagabend reagierte Proll auf die vielen Userangriffe: "Die Tatsache, dass ich so etwas nicht erlebt habe ... oder mich - aus meiner Perspektive gesehen - nicht zum Opfer machen ließ, scheint in unserer Gesellschaft für viele inakzeptabel", so Proll.

Am Samstagabend gab Proll dann bekannt, dass Facebook "mein #notme-Posting leider gelöscht" habe, weil "der Inhalt nicht den Standards von Facebook entspricht. Tja, was soll man dazu sagen ... Ein #notme darf es anscheinend nicht geben, verstehe ..."

Mittlerweile ist der ursprüngliche Beitrag wieder abrufbar. Gegenüber dem "Standard" erklärte Facebook, dass ein "Fehler" passiert sei. Das Team des sozialen Netzwerkes "bemüht sich, die vielen Reports von Menschen, die wir jeden Tag erhalten, schnell und effizient zu bearbeiten". Gelegentlich würden dabei "Fehler gemacht". Facebook: "Wir wissen, dass es frustrierend sein kann, wenn solch ein Fehler passiert."

Twitter-Streit zwischen Felix Baumgartner und Armin Wolf
Bejubelt worden war Prolls Posting von Felix Baumgartner, dann schaltete sich auch "ZiB 2"-Anchorman Armin Wolf in die Debatte ein - was auch dem Journalisten Kritik einbrachte, vor allem von Baumgartner.

Nachdem Wolf Proll erklärt hatte, dass sie nur falsch liegen könne, wenn ein Felix Baumgarnter ihr in einer Seximus-Debatte zustimmt, rückte der Stratosphären-Springer am Wochenende erneut zum Gegenangriff aus. Unter den Hashtags "#DerDerDenWolfpflanzt", "#ORFunGustl" und "#AMSarmin" schrieb Baumgartner, dass "Österreichs dahinscheidender Lohnsprecher" (Wolf) wieder einmal "erfolglos heult".

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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