Der Steuerzahler zahlt für die Ausbildung jedes Medizinstudenten nahezu einen Millionenbetrag, aber die Politik ist seit Jahrzehnten unfähig, dafür von den jungen Doktores eine Gegenleistung einzufordern. Ergebnis ist, dass diese problemlos ins benachbarte Ausland ausweichen, wo die Ausbildung und Bezahlung in den Spitälern deutlich besser ist. Wie sich kürzlich zeigte, bringen es die politisch gesteuerten Spitalsverwaltungen in Zeiten der Digitalisierung nicht einmal auf die Reihe, auf Knopfdruck einem medizinischen Notfall das nächste freie und kompetente Spitalsbett zuzuteilen, sondern es ist vorher eine zeitraubende telefonische Suche nach einem passenden Bett notwendig. Zur Entlastung der Spitalsambulanzen verspricht die Politik seit Jahrzehnten, die deutlich kostengünstigeren niedergelassenen Ärzte, insbesondere Hausärzte, aufzuwerten. Außer Plauderei ist daraus nichts geworden. Die Arbeitsbedingungen werden täglich schlechter, dafür wird aber die Bürokratie täglich mehr. Wenn aus den verschiedensten Gründen immer mehr Wahlärzte die Kassenärzte ablösen, sind auch hier ungelöste Probleme. Denn wenn Wahlärzte bis zum Zehnfachen des Kassenhonorars verlangen können, ist das für die Patienten unzumutbar. Auch hier sind klare Regeln längst fällig. Bei der Notfallversorgung werden jetzt auf politischen Wunsch zunehmend Notarztstützpunkte – mit jahrelang ausgebildeten Notärzten – zugesperrt und durch Notfallsanitäter mit mehrwöchiger Spezialausbildung ersetzt. Es ist dies eine Zumutung für den Notfallpatienten, aber auch für den oft überforderten Sanitäter. Eine entsprechende Ausbildung für solche Sanitäter dauert anderswo drei bis vier Jahre. Und das alles wird uns als Verbesserung des Systems verkauft. Nein, das ist alles ein politisches Versagen, das seinen Höhepunkt in den letzten fünf Jahren unter den grünen Gesundheitsministern erreichte. Die haben uns laufend erklärt, dass Ärztekammern an den Wartezeiten, Apothekerkammern am Medikamentenmangel und Mangel an Impfstoffen verantwortlich sind, und am Rest waren die Krankenkassen schuld, die auf politischen Wunsch immer mehr Leistungen für Menschen ohne Beitragszahlung übernehmen mussten. Wenn es dann noch Politiker wie Herrn Ludwig oder Herrn Hacker gibt, die einfach Spitäler für „Fremdpatienten“ versperren können, wird wohl offensichtlich, dass unser System schwer krank ist und seinen Ursprung in einem politischen Versagen hat. Nur eine radikale Reform kann diesem System wieder die alte Qualität zurückbringen. Aber diese Reform darf nicht die selbst ernannte Elite der Manager und Politiker vom Schreibtisch her im Alleingang machen, sondern dazu müssen Ärzte, Gesundheitsberufe und natürlich die Patienten eingebunden werden, weil einiges wohl auch schmerzhaft sein wird.
Dr. Peter Kozlowsky, Auersthal, Hausarzt & Notarzt
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