Eine 55-Jährige begibt sich wegen akut aufgetretener Schmerzen im Brustkorb in das Klinikum Rohrbach. Zwei Stunden später steht die Diagnose fest und auch, dass die Patientin einer Therapie der oberen Versorgungsklasse in einem Zentrum bedarf. Das Leitspital in OÖ lehnt die Übernahme der Patientin aus Kapazitätsgründen ab, weitere geeignete Kliniken in sinnvoll erreichbarer Entfernung ebenso. Alle abgegebenen Begründungen zeigen ein erbärmliches Organisationsversagen, nämlich der Spitalsbetreiber und der Politik. Eine voll belegte Intensivstation ist kein Grund, eine OP mit höchster Dringlichkeit abzulehnen. Es gibt dafür ein Instrument, das man Triage nennt. Oder würde in so einer Klinik eine neu aufgetretene schwere Komplikation bei einem bereits operierten Patienten unbehandelt bleiben, nur weil die Intensivstation voll belegt ist? Klinikverantwortliche und Ärzte werden vom „Controlling“ so weit getrieben, bis die letzten Freiräume voll ausgenutzt sind, das betrifft die Kapazitäten und das Personal. Seit das seinerzeitige AKH Linz in die Oberösterreichische Gesundheitsholding übernommen wurde, dümpelt die Klinik personell in äußerst seichtem Fahrwasser. Die Chance heutzutage, eine schwere Erkrankung zu überleben, steigt deutlich an, wenn die Erkrankung zeitlich planbar ist, mehrfach verschoben werden kann und letztlich mit einer Portion Glück das Restrisiko der Behandlung überstanden wird.
Dr. med. Roland Grüll, Aigen-Schlägl
Erschienen am Di, 28.10.2025
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