Das freie Wort

Kampf ums Überleben

Es sind wahrlich erschütternde Bilder, die uns da erreichen: Zehntausende Menschen müssen flüchten. Vielen bleibt mittlerweile nur mehr die Flucht übers Meer. Einsatzkräfte, die ihr Leben riskieren und ums Leben kommen. Tiere, die nicht mehr wissen, wohin. Vögel imitieren schon die Sirenen. Nein, das ist nicht der neueste Katastrophenfilm aus Hollywood, es ist traurige und schockierende Realität. Und die Lage in Australien spitzt sich aufgrund der anhaltenden Hitzewelle weiter zu. Die Feuer wüten schon seit Oktober. Mittlerweile haben sie landesweit eine schier unvorstellbare Fläche von mehr als sechs Millionen Hektar vernichtet. Laut Schätzungen von Ökologen sind bis jetzt 480 Millionen Tiere in der Flammenhölle verendet, darunter Zigtausende Koalas. Für rund 4000 Menschen im südöstlichen Mallacoota blieb nur mehr der Strand als letzter Zufluchtsort. Dort wurden sie von der Marine im letzten Moment vor den Flammen gerettet. Ein Ende des Horrors ist außer Sichtweite, weil ein Ende der Hitzewelle nicht in Sicht ist. Es soll ja Regierungschefs geben, die derartige Katastrophen völlig kalt lassen. Da ist Donald Trump nicht der Einzige. Zum Beispiel beweist ja Australiens Premierminister Scott Morrison gerade anschaulich, dass er um keinen Deut besser ist. Dem war es wichtiger, der Flammenhölle mit einem Hawaii-Urlaub auszuweichen, aus dem er jetzt nur widerwillig zurückgekehrt ist. Natürlich gibt es leider auch zu viele Menschen, die sich denken, zum Glück ist Australien weit weg. Und wieder einmal bleibt die Frage, was eigentlich schlimmer ist. Ignorante und arrogante Politiker oder ignorante, völlig erkaltete „Normalbürger“. Also ich finde beides nicht zum Aushalten!

Christian Stafflinger, Linz

Erschienen am Do, 9.1.2020

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