05.03.2008 21:44 |

Verkehrsprogramm

19 Milliarden Euro für 500 Verkehrsprojekte

Die Regierung hat am Mittwoch mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes den größten Investitionsschub in der Zweiten Republik beschlossen. 500 Projekte, die insgesamt 19 Milliarden Euro kosten, werden umgesetzt. Gebaut werden neue Tunnels und Stationen, zwischen Wien und Linz sollen Züge künftig mit Tempo 200 dahinbrausen. Grünes Licht gibt es aber auch für den Ausbau Straßennetzes.
Veraltete und holprige Autobahnen, oft nicht immer nachvollziehbare Zugverbindungen, längst geforderte und nie begonnene Straßenrouten - jahrzehntelang wurde nur geschimpft und gelästert über große Teile der heimischen Verkehrs-Infrastruktur. Jetzt wird endlich angepackt. Der vom zuständigen Minister Werner Faymann ausgearbeitete Rahmenplan wurde am Mittwoch vom Ministerrat beschlossen. Was nicht weniger heißt als: Grünes Licht für das größte Ausbauprojekt der Zweiten Republik. Neue Bahnhöfe, neue Tunnels, neue Zugstrecken, Verbesserungen und Ausbauten - 18,8 Milliarden werden bis ins Jahr 2013 in mehr als 500 Projekte investiert. Finanzminister Wilhelm Molterer war dafür, Kanzler Alfred Gusenbauer gab dann schließlich auch seinen Sanktus.

Die nächste gute Nachricht: Statt Projekte so lange zu verschieben, bis sich niemand mehr daran erinnert, werden (endlich) viele Reformen um Jahre vorgezogen bzw. gleich neue Konzepte ins Leben gerufen. Wenn zum Beispiel die Westbahnstrecke komplett fertig ist, im Jahre 2012 also, dauert die Fahrt von Wien über Linz nach Wels nicht mehr zwei Stunden, sondern gerade einmal knapp mehr als eine Stunde. Mit 200 km/h können die Züge dann in Richtung Ziel brausen, ausgelegt sind die Loks gar für 230 km/h.

Investitionen für den Klimaschutz
Und das sind die wichtigsten Neuerungen für Schiene und Straße:

  • Umbau und Ausbau des Bahnhofes Herzogenburg.
  • Die Erweiterung des Bahnhofes Wien-Meidling.
  • Die A3 Eisenstadt-Klingenbach.

Und weil eben manche Vorhaben besonders dringend sind, hat sich der Zeitplan für folgende Projekte nach vorne verschoben:

  • Bahnhof Zeltweg (Fertigstellung kommt drei Jahre früher - 2010 statt 2013).
  • Tauern Südrampe.
  • Neubaustrecke Wien- St.Pölten sowie der Lainzer Tunnel.
  • Wels-Passau (ein Jahr früher, sprich 2016).
  • Lambach-Breitenschützling in Oberösterreich.
  • Angerschluchtbrücke.
  • Station Stadlau.
  • Und auf der Straße: S31 Oberpullendorf bis B61, S31 Eisenstadt-Schützen am Gebirge, S7 Dobersdorf-Heiligenkreuz, S8 Marchfeld Schnellstraße (Knoten S1 bei Deutsch Wagram-Gänserndorf).

Darüber hinaus soll es in Zukunft auch noch eine Art "jährliches 60-Millionen-Euro-Zuckerl" zusätzlich für wichtige Investitionen geben. Gemeint sind damit Modernisierungen der Leitzentralen, neue Weichen oder außerplanmäßige Reparaturen. Dabei ist ersichtlich, dass Minister Werner Faymann ein besonderes Augenmerk auf den Ausbau der Schiene legt: "Bis 2013 investieren wir 10,7 Milliarden in die Bahn und 8,1 Milliarden in die Straße.

Der Ausbau der Bahn ist eines der wichtigsten Klimaschutzprogramme." Ein Beispiel: 1000 Fahrten über 20 Kilometer mit dem Zug anstatt mit dem Auto sparen der Umwelt 1.300 Tonnen CO2. Täglich donnern Tausende Lkw durch die Gemeinden. Faymann: "Die Fertigstellung der A6 im Vorjahr hat den Dörfern viel Lärm erspart."

Von Michael Pommer und Gregor Brandl

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