13.02.2008 16:06 |

Oscar-Favorit

Daniel Day-Lewis als skrupelloser Ölbaron

Kalifornien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der ehrgeizige wie skrupellose Geschäftsmann Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist fest entschlossen, die Farm der Familie Sunday zu kaufen, gilt sie doch als nicht erschlossenes Ölfeld und somit als Dollar-Magnet. Plainview hat indessen nicht mit dem Widerstand des Sunday-Sohnes Eli (Paul Dano) gerechnet. Als fanatischer Laienprediger zieht er in "There Will Be Blood" den Patriarchen in einen Kampf zwischen Glaube und Gier... Wunderbar tiefsinnig zeichnet Regisseur Paul Thomas Anderson den Zwist ums schwarze Gold. Für acht Oscars nominiert, gilt der Streifen als heißer Favorit für den "Besten Film" sowie den "Besten Hauptdarsteller".

Clever, gerissen und skrupellos – Charakterzüge, mit denen Daniel Plainview (Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis) zur Genüge ausgestattet ist. Und er erkennt die Zeichen der Zeit, indem er alle Energie in den Abbau von Erdöl steckt. Kein leichtes Unterfangen, viele vergießen dabei ihr Blut und gehen zugrunde. Doch das ist der Preis, den man für den Erfolg zahlen muss. Schließlich gilt es, eine Dynastie aufzubauen.

Die hinterwäldlerische Kleinstadt Little Boston scheint dem Patriarchen und seinem zehnjährigen Sohn H.W. Plainview (großartig in seiner ersten Filmrolle: Dillon Freasier) für diesen Plan prädestiniert. Ohne Rücksicht auf Verluste versuchen sie, sich die Ranch der Familie Sunday einzuverleiben und mit Bohrtürmen auszustatten. Sie haben jedoch die Rechnung ohne den Wirt, sprich, den Prediger und Sunday-Sohn Eli („Little Miss Sunshine“-Star Paul Dano) gemacht. Denn dieser durchschaut die Pläne und lässt sich nicht mit Almosen abspeisen. Das Ringen um Macht und Einfluss in der Gemeinde ist eröffnet...

158 Minuten wird man in den Bann gezogen
„Wir haben viel Zeit in die Nachforschungen investiert. Die Eindrücke, die man vom Leben damals bekommt, nageln sich im Hinterkopf fest“, ist Regisseur Paul Thomas Anderson („Boogie Nights“) von den Dreharbeiten fasziniert. Basierend auf Upton Sinclairs Roman „Öl!“ aus dem Jahr 1927 lässt er die Welt der ersten Erdölbarone mitten in Texas wiederauferstehen. Dabei spielt die Story in Kalifornien. Anderson ist sich jedoch sicher: „Eine bessere Kulisse als die unberührte Landschaft von Westtexas gibt es nicht.“ Sie ist es auch, die den Zuschauer gemeinsam mit ihren Einwohnern, die als Komparsen im Film mitwirken, gefangen nimmt und 158 Minuten lang in ihren Bann zieht.

Doch was wäre die schönste Szenerie, würde ein grandioser Hauptdarsteller sie nicht zu nutzen wissen? Im Fall des Iren Daniel Day-Lewis, der für den Part in „Mein linker Fuß“ den Oscar bereits einmal in Händen halten durfte, ist das obligat. „Mich fasziniert, dass diese Suche nach Öl, dieser Knochenjob, wie ein Fieber die Träume und Wünsche so vieler Menschen der damaligen Zeit dominierte“, erzählt der Ausgezeichnete.

Ob er für die Rolle des gewieften Geschäftsmannes abermals die Gold-Statue verliehen bekommt, bleibt abzuwarten. Nominiert ist er jedenfalls ebenso wie der Streifen in den Kategorien Bester Film, Regie, adaptiertes Drehbuch, Schnitt, Kamera, Austattung und Tonschnitt.

Von Eva Schweighofer, Kronen Zeitung

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