20.12.2007 15:37 |

Timing ist alles

TimeShift

Wenn uns Marty McFly und seine Reisen "Zurück in die Zukunft" eines gezeigt haben, dann dass man mit der Zeit nicht herumpfuschen sollte. Dr. Aiden Krone, Professor für angewandte Physik, zeigt sich davon unbeeindruckt und reist mit Hilfe eines speziellen Anzuges in die Vergangenheit zurück - natürlich, um die bis dato herrschenden Machtverhältnisse zu seinen Gunsten zu verändern. Glücklicherweise gibt es jedoch einen zweiten Anzug, mit dem der namenlose Held aus "TimeShift" dem Professor hinterher eilt, um die Welt wieder ins rechte Lot zu rücken.

Das ist auch bitter notwendig, ist das neue 1933 doch um keinen Deut besser als das alte: Statt Adolf Hitler hat sich nun Dr. Aiden Krone an die Spitze des Staates katapultiert und ein totalitäres Regime errichtet. Einzig eine kleine Untergrundbewegung vermag dem größenwahnsinnigen Wissenschaftler die Stirn zu bieten.

Unterstützung erfahren die Rebellen nun vom ebenfalls durch die Zeit gereisten Helden, dessen spezieller Anzug sich als äußerst nützliche Waffe im Kampf gegen das Regime erweist. Mit Hilfe des Outfits lässt sich die Zeit nämlich nicht nur verlangsamen, sondern sogar anhalten oder auch zurückdrehen. Auf den namenlosen Kämpfer hat dies jedoch keinerlei Auswirkungen - er kann sich trotz Zeitstopp oder -umkehr unvermindert schnell fortbewegen.

Die Manipulation der Zeit wird daher zum entscheidenden Spielprinzip, um gegen die hochgerüsteten Soldaten bestehen zu können, aber auch, um etliche kleinere Rätsel zu lösen oder Hindernisse zu bewältigen. Steht die Zeit erst einmal still, kann der Held gefahrlos durch unter Hochspannung stehendes Wasser waten, unverletzt Feuer durchschreiten oder etwa zeitgesteuerte Schleusen passieren.  

Da sich die Zeit jedoch immer nur wenige Augenblicke lang manipulieren lässt, ist der Protagonist auf schlagkräftigere Argumente - sprich: Waffen - angewiesen. Gängige Bekannten wie Pistole, Schrotflinte oder Sturmgewehr stehen ebenso zur Verfügung wie das futuristische EMF-Gewehr oder das Energiestöße verschießende Blitzgewehr. Hinzu gesellen sich Haftgranaten, Minen oder kleine Angriffsdrohnen. Auch an die Fortbewegung wurde gedacht: Mit Hilfe eines Quads kann der Spieler sowohl schneller Distanzen überwinden als auch Gegner rammen.

Nicht nur in spielerischer, auch in technischer Hinsicht kann "TimeShift" mehr als begeistern. Da wäre zum einen die intensive Atmosphäre, die irgendwo zwischen Orwells "1984" und "BioShock" pendelt, lobenswert zu erwähnen. Zum anderen glänzt das absolut flüssig laufende Spiel durch den hohen Detailgrad, faszinierende Wasseranimationen und vor allem die tollen Zeiteffekte: Wie Neo in der Matrix kann man einzelnen Projektilen ausweichen oder um herunterfallende Wassertropfen tänzeln. Auch die Physikengine kann sich sehen lassen, können doch Mauern oder andere Gegenstände oftmals eindrucksvoll in ihre Einzelteile zerlegt werden. Musikalische Untermalung, deutsche Synchronisation und satte Soundeffekte lassen ebenfalls keinerlei Wünsche offen.

Abschließend bietet "TimeShift" noch einen umfangreichen Multiplayer-Modus. Neben klassischen Spielvarianten wie Deathmatch, Team-Deathmatch, Duell oder Capture The Flag dürfte vor allem der "König der Zeit"-Modus auf großen Anklang stoßen: Nur wer im Besitz der Zeitsphäre ist, ist gegen sämtliche Zeiteffekte immun.

Fazit: Auch wenn die Geschichte vielleicht etwas zu kurz kommt und die Level streng linear sind: "TimeShift" ist ein in audiovisueller Hinsicht perfekter Shooter, der dank Zeiteffekten und den damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten sowie Logikrätseln auch auf spielerischer Ebene neues zu bieten hat. Wer bei der virtuellen Ballerei ab und zu auch gerne mal sein Oberstübchen anstrengen möchte, ist bei "TimeShift" also bestens aufgehoben.

Plattform: Xbox 360 (getestet), PC, PS3
Publisher: Vivendi Games
Krone.at-Wertung: 87%


von Sebastian Räuchle

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