04.11.2007 16:58 |

Kind in Haft gezeugt

Kontroverse um "Hafturlaub" für Rabin-Mörder

Begleitet von Protesten hat Yigal Amir, der Mörder des einstigen israelischen Regierungschefs und Friedensnobelpreisträgers Yitzhak Rabin, am Sonntag an der Beschneidung seines neugeborenen Sohnes teilgenommen. Die Zeremonie in einem Gefängnis in Tel Aviv fand in Anwesenheit eines Rabbiners und mehrerer Familienangehöriger statt. Amir sitzt seit zwölf Jahren in Haft und hat auch dort geheiratet.

Der ultra-orthodoxe Jude Amir hatte Rabin am 4. November 1995 in Tel Aviv mit drei Schüssen in den Rücken getötet, um die Osloer Friedensvereinbarungen mit den Palästinensern zu sabotieren. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und zeigte bislang keinerlei Reue.

Amirs Frau Larissa, die den Häftling 2004 geheiratet hatte, brachte nun Ende Oktober einen Sohn zur Welt, den der inhaftierte Amir im Gefängnis gezeugt hatte. Gemäß der jüdischen Tradition wurde der Bub acht Tage nach seiner Geburt beschnitten. Besonders makaber: Erst am Vortag hatten rund 150.000 Israelis bei einer Kundgebung in Tel Aviv an Rabins zwölften Todestag erinnert.

Vor dem Gefängnis protestierten am Sonntag dann rund 50 Menschen gegen die Entscheidung der Justizbehörden, Amir an der Beschneidungsfeier teilnehmen zu lassen. „Das ist eine Schande“, riefen sie. Rund 20 rechtsgerichtete Gegendemonstranten beschimpften sie als „heuchlerische Linksextremisten“.

Rabin hatte 1993 das Osloer Friedensabkommen mit den Palästinensern unterzeichnet und dafür zusammen mit seinem damaligen Außenminister Shimon Peres und dem damaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat den Friedensnobelpreis verliehen bekommen.

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