Mi, 20. März 2019
05.10.2007 18:14

Flugzeug-Crash

Mindestens 50 Absturz-Tote im Kongo

Die Zahl der Toten bei dem Absturz eines Frachtflugzeugs in Kinshasa am Donnerstag ist auf 50 gestiegen. Feuerwehrleute löschten den Brand, der nach dem Absturz der russischen Antonow-26 auf drei Häuser des Stadtteils Kisangani ausgebrochen war. Nach Angaben des russischen Außenministeriums sind drei Russen unter den Toten: der Pilot, der Kopilot und der Flugingenieur der kongolesischen Fluggesellschaft Africa One.

Die Rettungskräfte haben ihre Suche nach Opfern und möglichen Überlebenden einen Tag nach dem Absturz in der kongolesischen Hauptstadt fortgesetzt. In der Nacht sind die durch den Absturz verursachten Brände erneut aufgeflammt, was die Rettungsarbeiten behindert habe, sagte ein Mitarbeiter des Ministers für humanitäre Angelegenheiten am Freitag. An der Unglücksstelle waren das Rote Kreuz und andere Helfer im Einsatz. Viele der Leichen waren Augenzeugenberichten zufolge bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. An der Absturzstelle herrschte Chaos, Hunderte versammelten sich am Unglücksort.

Aus Koma erwacht
Neben den zu beklagenden Todesopfern dürfte die Zahl der Verletzten laut Informationen vom Freitag bei mindestens weiteren 20 Personen liegen. Ein am Donnerstag zunächst für tot erklärter Bordmechaniker der Antonow ist am Abend aus dem Koma erwacht, sagte der Ministeriumsmitarbeiter weiters. Ob es sich bei ihm um den vom russischen Außenministerium angegebenen toten Flugingenieur handelte, war vorerst nicht klar.

Bilder von der Absturzstelle findest du in der Infobox!


Freitagnachmittag bestand die Befürchtung, dass die Zahl der Toten weiter ansteigen würde. Viele der Verletzten befanden sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand. Weitere Opfer wurden unter den Trümmern der bei dem Absturz zerstörten Häuser vermutet. "Wir wissen nicht, wie viele Menschen am Boden starben oder verletzt wurden", sagte UNO-Sprecher Michel Bonnardeaux. "Dies ist eine afrikanische Stadt mit dicht bevölkertem Gebiet, und wir fürchten, dass der Schaden groß sein kann."

Belebtem Markt ausgewichen
Die Maschine, die von einer russischen Crew geflogen wurde, hatte angeblich Probleme beim Start. Kurz darauf stürzte sie in das Wohngebiet nahe beim Flughafen. Der Pilot hatte offenbar im letzten Augenblick versucht, eine noch größere Katastrophe zu verhindern und einem belebten Markt auszuweichen, berichteten Augenzeugen in der BBC. Das Flugzeug raste etwa 50 Meter vom Markt entfernt in mehrere Häuser, die in Flammen aufgingen.

Schwere Flugzeugunglücke sind im Kongo, wo zahlreiche ausgemusterte Maschinen sowjetischer Herkunft im Einsatz sind, keine Seltenheit. Nach Angaben des Afrikanischen Luftfahrtverbandes betrafen mehr als die Hälfte der Flugzeugabstürze in Afrika in den vergangenen zehn Jahren kongolesische Maschinen. Das jüngste Unglück hat am Freitag auch politische Konsequenzen nach sich gezogen: Wie der kongolesische Präsident Joseph Kabila mitteilte, wurde Verkehrsminister Remy Henry Kuseyo am Freitag "wegen Unfähigkeit" zur Reform der Luftfahrt aus dem Amt berufen.

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