13.09.2007 17:30 |

Neue Erkenntnisse

Neandertaler nicht durch Eiszeit ausgerottet

Neue Erkenntnisse über die ausgestorbenen Neandertaler: Die Steinzeitmenschen sind nach Einschätzung von Wissenschaftern nicht durch eine Eiszeit ausgestorben, wie oft angenommen wird. Vielmehr sei es möglich, dass unsere Gattung den Post-Steinzeitmenschen ausrottete - oder, dass sich der jetzige Mensch und der Neandertaler "vermischten"! Archäologen in Madrid entdeckten indes ein 65.000 Jahre altes Gebiss eines Neandertalers, der offensichtlich Wert auf Zahnhygiene legte.

Das in Madrid entdeckte Gebissteil gehörte einem 30-jährigen Neandertaler und war für sein Alter außerordentlich gut erhalten. Aus Kratzspuren an den Zahnrändern schließen die Archäologen, dass der Mann zu Lebzeiten ein kleines Holz- oder Knochenstäbchen als Zahnstocher benutzt haben dürfte. Er müsse sich auch in irgendeiner Form die Zähne geputzt haben, hieß es.

Carbondatierungen widerlegen Eiszeit-Theorie
„Wir können einen katastrophalen Klimawandel als Ursache für das Aussterben ausschließen“, fasste der Wissenschafter Polychronis Tzedakis seine Theorie vom Neandertaler-Aussterben in einem Beitrag für das britische Wissenschaftsmagazin „Nature“ zusammen. Tzedakis und seine Mitarbeiter von der Universität Leeds in Nordengland und der griechischen Ägeis-Universität wollten anders als mit der gängigen Radiokarbonmethode nachweisen, wann die Neandertaler ausgestorben sind, weil die „C14-Methode“, wie sie auch heißt, ab etwa 21.000 Jahren in der Vergangenheit ungenau wird.

Die Forscher wollten herausfinden, wie das Klima genau zu den drei Zeiten war, die als mögliches Ende der Neandertaler angegeben werden - vor 32.000 Jahren, vor 28.000 und vor 24.000 Jahren. Sie untersuchten Ablagerungen aus dem Meeresboden in Venezuela, die Rückschlüsse auf das Klima ermöglichen, und kamen so zu dem Schluss, dass damals keine besonders schlimmen Kälteperioden herrschten. Zwar fallen die angegebenen Zeiten in die letzte Eiszeit, aber diese war nicht immer gleich kalt und hatte auch vergleichsweise warme Phasen.

Hat der Mensch mit dem Neandertaler?
Da die Neandertaler auch schon kältere Zeiten durchgemacht hätten, könne ein Kälteschock nicht der Grund für ihr Aussterben sein, folgerten die Forscher. Möglich wäre, dass der moderne Mensch seine Verwandten ausrottete, um sich selbst das Überleben zu sichern - oder dass die Neandertaler und der moderne Mensch sich vermischten und sich noch untereinander vermehrten.

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