Sa, 23. Juni 2018

Leinen los!

21.08.2007 11:58

Jack Keane

Ein witziges Adventure wartet mit "Jack Keane" auf Freunde von Adventure-Games in Comic-Optik. Vor allem die grandiosen Sprecher und witzigen Dialoge machen aus der virtuellen Reise ein echtes Kleinod.

Jack Keane hat es nicht leicht. Sein Schiff ist schrottreif, er wird von Schlägertypen verfolgt, weil er Schulden hat, ist in einem Waisenhaus aufgewachsen und seine Crew steht kurz vor der Meuterei.

Da kommt dem Kapitän in Not ein Auftrag der britischen Regierung gerade recht: Jack soll den Geheimagenten Montgomery in Südafrika aufsammeln und auf Tooth Island verschiffen. Dort brütet der wahnwitzige Dr. T über dem Plan, Großbritannien von seiner Teeproduktion abhängig zu machen. Klingt irre? Ist es auch!

Jack startet in einer mehr als misslichen Lage: Zwei grobschlächtige Brutalos wollen ihm an die Gurgel, Schulden sei Dank. Doch der listige Kapitän kann sich retten - nur um festzustellen, dass er auf dem Big Ben festsitzt. Die Steuerung (per Maus) ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig, vor allem da die rechte statt üblicherweise linke Maustaste für Aktionen benützt wird. Die Grafik ist Geschmackssache, wie schon bei "Ankh" vom gleichen Entwickler setzt man auf Comic-Optik. Bei hohem Detailgrad wirken die Texturen allerdings ausgewaschen, eine liebevollere Darstellung hätte dem Game gut getan. Die schönen Hintergründe und Effekte - wie etwa leichte Wellen, die an die Kaimauern schlagen - wissen jedoch zu überzeugen.

Ebenso wie die Rätsel, von denen die meisten nicht allzu kompliziert ausgefallen sind. Auch hier gilt es, witzige Einfälle zu verfolgen und quer zu denken: Um nach oben zu gelangen, könnte Jack eine Wippe bauen - doch ihm fehlt das Holz. Die einzige lose Planke schwimmt unerreichbar im Ozean, also schnappt sich Jack seine Angel und einen bissigen Holzwurm. Der fischt das begehrte Stück Holz mit einem kräftigen Schnapp aus dem Meer. Außergewöhnliche Kombinationsgabe ist also für viele Rätsel nicht vonnöten, Spaß machen sie aber trotzdem.

Am gelungensten sind neben der abgedrehten Geschichte rund um Amanda (die zweite spielbare Figur) fleischfressende Pflanzen und die Teevorräte des Dr. T die Dialoge. So dämmert dem Geheimdienstmitarbeiter, der Jack anwirbt, schon bei der Abreise des dümpelnden Kahns - im Brustton der Verzweiflung: "Oh mein Gott, ich werde meinen Job verlieren!" Auch Agent Montgomery, mit der Synchronstimme von Komiker John Cleese grenzgenial besetzt, ist immer für einen Lacher gut - etwa wenn er gerade ein Schiff auf Grund laufen ließ.

Fazit: Während die Kletterpassagen etwas umständlich geraten sind, hätten die Rätsel für Adventure-Fans zu Anfang ruhig etwas knackiger ausfallen dürfen. Dieses Manko machen allerdings die witzige Geschichte, gespickt mit Anspielungen auf Games und Spieler, und die gelungene Umsetzung wett. Das größte Lob gebührt allerdings den Synchronsprechern, die jedes Gespräch in ein spritzig-witziges Highlight verwandeln.

Plattform: PC (getestet)
Publisher: 10tacle
Krone.at-Wertung: 88%

von Bernadette Geißler

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