02.08.2007 08:05 |

Umweltkatastrophe

Brände auf den Kanaren sind unter Kontrolle

Die Lage in den Waldbrandgebieten von Teneriffa und Gran Canaria hat sich entspannt. Die Brände auf den beiden spanischen Urlauberinseln konnten von den Feuerwehren weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Die Mehrheit der mehr als 12.000 Menschen, die vor den Flammen flüchten mussten, konnte inzwischen wieder in ihre Häuser zurückkehren.

„Wir können heute durchaus wieder optimistischer sein“, sagte der spanische Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero nach einem Besuch auf Teneriffa. Er kündigte für Freitag eine Sondersitzung des Ministerrats an, um Finanzhilfen für die Geschädigten freizugeben.

Ein Viertel der Waldfläche abgebrannt!
Kühleres Wetter sowie der nachlassende Wind hatten den Brandbekämpfern am Mittwoch die Arbeit erleichtert. Bei den tagelang wütenden Feuern wurden rund 35.000 Hektar Wald vernichtet, das ist nach Angaben von Naturschützern bis zu einem Viertel der gesamten Waldfläche auf den beiden Inseln! Eine Vertreterin der Umweltorganisation WWF/Adena sprach von einer der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte Spaniens.


URLAUBSPARADIES IN FLAMMEN

"Verlassen Sie sofort Ihre Häuser, nehmen Sie nur das Nötigste mit!", schrien Polizisten noch am Montag über Megafon in Mogan im Südwesten von Gran Canaria. Die Flammen hatten die Ortschaft umzingelt und bereits mehrere Häuser erfasst - auch das von Bürgermeister Francisco Gonzalez. "Wie durch ein Wunder ist nicht mehr passiert. Materielle Dinge lassen sich ersetzen, viel wichtiger ist, dass Menschen nicht zu Schaden kamen", sagte er.

Ähnliche Szenen spielten sich auf Teneriffa ab. "Das Feuer hat sich den Berg hinaufgefressen", sagte der deutsche Besitzer eines Hotels in Puerto de la Cruz am Montag. Der Vulkan Teide, mit 3.718 Metern Spaniens höchster Berg, war wegen der Rauchentwicklung kaum noch zu sehen gewesen. Zuweilen schien der Einsatz der Feuerwehren aussichtslos, der starke Wind fachte die Feuer immer wieder an. Zudem wirkt das Harz der Pinien wie ein Brandbeschleuniger. "Die Zapfen explodieren wie Handgranaten und tragen so ebenfalls zur Ausbreitung der Flammen bei", erklärte ein Feuerwehrmann.

Verärgerter Forstarbeiter als "Feuerteufel"
In die Verzweiflung mischte sich immer wieder auch Wut. Zum einen, weil Brandstiftung hinter der Katastrophe steckt: Auf Gran Canaria wurde ein 37-jähriger Forstarbeiter verhaftet, der gestand, das Feuer aus Ärger über seine bevorstehende Entlassung gelegt zu haben. Ihm drohen nun bis zu zehn Jahre Haft. Und auch auf Teneriffa sind sich die Behörden ziemlich sicher, dass ein "Feuerteufel" am Werk war.

Zum anderen werfen die Insulaner den Behörden vor, sie seien schlecht koordiniert vorgegangen und hätten nicht genügend Mittel zur Brandbekämpfung bereitgestellt. "Eine Zeit lang konnte nur ein einziger Löschhubschrauber eingesetzt werden, weil die anderen nicht für Flüge bei Rauch ausgerüstet sind", klagte ein Bürgermeister.

Drei Hitzetote
Nicht nur die schweren Waldbrände machen den Menschen auf den Kanarischen Inseln zu schaffen, sondern auch die Hitze: Drei Pensionisten starben an den Folgen der hohen Temperaturen, wie die örtlichen Behörden am Dienstagabend mitteilten. Bei den Opfern handelte es sich um zwei 60 und 74 Jahre alte Frauen auf Lanzarote und einen 94-Jährigen auf La Palma.

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