14.05.2007 14:05 |

Countdown

BAWAG gehört ab Dienstag Cerberus

Einen Tag nach der Bekanntgabe des US-Fonds Cerberus, für 5,5 Milliarden Euro die Mehrheit am maroden US-Autobauer Chrysler zu kaufen, ist für Cerberus-Manager der Wien-Abstecher zum endgültigen Kauf der bisherigen Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K. angesagt. Bis Dienstagabend wird der technische Ablauf des Eigentumsübertags der BAWAG-Aktien vom ÖGB an Cerberus über die Bühne gehen.

Zeitnah sind Sitzungen der Kontrollorgane und eine Hauptversammlung angesetzt. Unter neuer Eigentümerschaft gibt es eine umfassende Neubesetzung des Aufsichtsrats, auch im Vorstand werden Änderungen erwartet.

Fest steht, dass entgegen ursprünglicher Pläne Cerberus-Chairman Snow nicht Bankpräsident wird. Snow wird am Dienstag und Mittwoch auch nicht dabei sein, wenn in Wien der BAWAG-Aktienkaufabschluss zelebriert und dann öffentlich präsentiert wird.

An die Öffentlichkeit treten Käufer und Verkäufer der BAWAG nach dem endgültigen und juristisch bis ins letzte Detail abgesegnete Eigentümerwechsel erst am Mittwoch früh. Anlässlich des Closing findet am 16. Mai um 10 Uhr in der Bankzentrale in der Wiener Seitzergasse eine Pressekonferenz statt. Informieren werden neben ÖGB -Chef Hundstorfer und BAWAG-Chef Nowotny auch "Vertreter des neuen Eigentümerkonsortiums".

Die BAWAG musste nach jahrelang vertuschten milliardenschweren Karibik- und Refco-Verlusten voriges Jahr vom Bund mittels Republik- Haftung über 900 Mio. Euro aufgefangen werden. Dabei wurde fixiert, dass die Bank bis spätestens Ende Juni 2007 verkauft sein muss.

Der US-Fonds Cerberus hatte schon am 14. Dezember 2006 den Zuschlag erhalten. Cerberus legt 3,2 Milliarden Euro für den Bankkauf in Wien hin, wobei 2,6 Milliarden Euro als Verkaufserlös an den ÖGB gehen und 600 Millionen Euro als Kapitalspritze für die BAWAG fließen werden.

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