¿Krone¿-Diskussion

Maut und Schiene als Ausweg aus Lkw-Dilemma

„Die Politik hat in all den Jahren nicht vorausschauend gearbeitet, nun haben wir das Verkehrsdilemma!“ Worte von Wilhelm Aumayr aus Vöcklabruck, einem der vielen Gäste der mit Verkehrsminister Faymann, LH-Stv. Hiesl und Gemeinderätin Lenger hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion im Linzer „Krone“-Haus.

Dabei wurde am Mittwoch emotionell, aber nicht aggressiv diskutiert - vor allem über die „Lkw-Hölle“. Denn der Güterverkehr in Oberösterreich soll bis 2030 um rund 50 Prozent ansteigen, befürchten Verkehrsexperten. „Durch mehr Lkw wird der Lärm für Bewohner an Autobahnen unerträglich. Dort, wo wir Lärmschutzwände brauchen, fehlen sie sehr oft“, ist Franz Bauer von der Lärmplattform Urfahr sauer.

Für Minister Werner Faymann sind diese Wände nur ein möglicher Lösungsansatz. „Zumal an einigen Abschnitten weniger Häuser als Wiesen geschützt werden“, wie er zugab. Er fordert, dass „mehr in neue Technologien, etwa leisere Reifen, investiert werden muss, um diesem Problem Herr zu werden“. Neue Technologien seien auch für den Klimaschutz nötig. „Weiters ist eine höhere Lkw-Maut ein Thema“, so Faymann.

In diesem Punkt stimmt er mit Gemeinderätin Gerda Lenger überein, die fordert, dass „mehr Lkw-Verkehr auf die Schiene verlagert und diese ausgebaut werden muss. Schließlich kosten neue Straßen noch mehr Geld. So hieß es 1999, dass der Westring 83 Millionen Euro kostet, nun sind es 625 Millionen.“

Wobei Andreas Beham, Sprecher von Greenpeace Linz, sicher ist: „Zusätzliche Straßen wie der Westring bringen mehr Lkw nach Oberösterreich. Ziel sollte sein, Alternativen anzubieten, nicht noch mehr Verkehr anzulocken.“ Dem entgegnete LH-Stv. Hiesl, dass “in den letzten Jahren viel im Bereich Schiene getan“ wurde: „Bei Enns wurden kürzlich elf Kilometer neue Gleise für die Umfahrung eröffnet.“

 

 

 

Foto: Chris Koller

Samstag, 08. Mai 2021
Wetter Symbol