25.04.2007 16:37 |

Feind im Nacken

Medal of Honor ¿ Vanguard

Geschützdonner, Sperrfeuer, gebrüllte Kommandos, Explosionen und Schmerzensschreie vermischen sich mit dem rasenden Puls und der angsterfüllten Anspannung der vorrückenden Soldaten. Wieder einmal muss dabei der 2. Weltkrieg als Einsatzszenario herhalten. Neben der Medal-of-Honor-Reihe, die mit Vanguard ihre Fortsetzung findet, buhlt unter anderem das ebenso erfolgreiche "Call of Duty" um die Gunst der Shooter-Freunde.

In Vanguard schlüpft man in die Rolle von Korporal Frank Keegan. Er ist Mitglied der 82. Luftlandedivision, welche die undankbare Aufgabe bekommen hat, hinter den feindlichen Linien zu landen und den Weg für die nachrückenden Bodentruppen frei zu machen.

Der Spieler greift bereits während des Fallschirmsprungs in das Geschehen ein und kann so beeinflussen, wo Frank Keegan festen Boden unter den Füßen bekommt. Die Wahl des Landeplatzes ist dabei von nicht unwesentlicher Bedeutung, da eine unüberlegte Entscheidung dazu führen kann, dass man genau vor die Mündung eines MG’s der gegnerischen Truppen gerät und die Mission schneller vorbei ist, als eigentlich geplant.

Dieses neue und interessante Feature lässt auf mehr innovative Spielelemente im weiteren Verlauf des Spieles hoffen. Am Boden angekommen geht es zunächst einmal wie bereits aus den Vorgängern bekannt weiter. In bester First-Person-Shooter-Manier wird der Feind zusehends dezimiert. Dabei muss auch auf die eigene Deckung geachtet und schon mal zum Scharfschützengewehr gegriffen werden,  um entfernte Ziele zu eliminieren. Im Gegensatz dazu wird ein Angriff, durchgeführt von einer Vielzahl feindlicher Soldaten, durch ein verheerendes Sperrfeuer mit dem MG zurückgeschlagen. Da Frank Keegan zudem massig Granaten spendiert wurden, lassen sich diese auch recht sorglos einsetzen.

Die Maps sind recht abwechslungsreich gestaltet. So ermöglichen weitläufige Areale einen Angriff auf die empfindliche Flanke des Gegners, während es teilweise nur auf einem ziemlich strikt vorgegebenen engen Weg weitergeht.

Die Hoffnung auf weitere neue Spielelemente, wie in der Anfangssequenz, erfüllt sich leider nicht, wodurch mit der Zeit ein wenig Langeweile aufkommt. 

Technisch, also sowohl in grafischer Hinsicht als auch bezüglich der Soundeffekte und der Steuerung, gibt es nichts zu meckern. Nur bietet Vanguard einfach nichts wirklich Neues, man bekommt allenfalls gut gemachte Hausmannskost präsentiert.

Fazit:
„Medal of Honor - Vanguard“ ist eigentlich ein typischer Vertreter der Serie, doch genau das ist auch das Problem des Spiels. Es wirkt wie ein weiterer beliebiger Vertreter jener Shooter, bei denen man alles irgendwo schon so oder so ähnlich gesehen hat. Diese uninspiriert wirkende Fortsetzung wird somit nur echten Medal-of-Honor-Fans ein wirkliches Vergnügen bereiten.

Plattform: PS2 (getestet), Wii
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 69%

Von Harald Kaplan

Donnerstag, 17. Juni 2021
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