24.04.2007 12:50 |

Der Umwelt zuliebe

Pröll setzt auf "Superethanol"-Treibstoff

Landwirtschafts- und Umweltminister Pröll will mit einem 5-Punkte-Programm den Benzinverbrauch in Österreich reduzieren. Das Zauberwort dazu lautet "Superethanol" (E85), ein Treibstoff, der zu 85 Prozent aus Biomasse und 15 Prozent Benzin hergestellt wird. Dessen entscheidender Vorteil: Er ist CO2-neutral, hilft also mit, den Klimawandel zu bekämpfen. Bis Oktober soll es 15 E85-Tankstellen geben.

Laut Pröll ist die Zugabe von Bioethanol ein wesentlicher Mosaikstein für eine nachhaltige Energiewirtschaft und gut für die landwirtschaftlichen Einkommen. Mit folgenden fünf Punkten will Pröll dem steigenden CO2-Ausstoß entgegenwirken: Steuerliche Förderungen, E85-Fahrzeuge, E85-Tankstellen, EU-einheitliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltigen Produktion.

Ganz CO2-neutral ist natürlich auch E85 nicht. Denn zur Erzeugung von Getreide und Zuckerrüben, die bevorzugt für Bioethanol verwendet werden, müssen Dünger, Pflanzenschutzmittel, Traktortreibstoff etc. produziert werden.

Partner beim 5-Punkte-Programm sind der Mineralölkonzern OMV, der Zuckerhersteller Agrana, die Landwirtschaftskammer, Raiffeisen, die Rübenbauern sowie Ford, Volvo und General Motors. Diese Hersteller bieten bereits E85-Fahrzeuge an. Da diese etwas teuerer als Benziner sind, wird es bei den drei Herstellern einen Preisnachlass geben.

Bis Oktober wollen die OMV und die Lagerhäuser 15 E85-Tankstellen anbieten, bis 2010 sollen es 100 sein. Dass E85-Autobesitzer plötzlich ohne Tankstelle dastehen, ist nicht zu befürchten, da sich die Autos auch mit normalen Benzin betreiben lassen. Die Spritkosten werden sich an denen von Benzin orientieren, so OMV-Chef Ruttenstorfer.

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