08.05.2003 14:18 |

Erschnüffelt

Elektronische Nase riecht Lungenkrebs

Eine an der Universität Rom entwickelte elektronische Nase kann Lungenkrebs erschnüffeln. Im Atem von Lungenkrebs-Patienten könne das Gerät eine Mischung aus Alkanen und Benzol-Derivaten feststellen.
Bei einem Test in Rom mit 60 Teilnehmern, vondenen 35 einen Lungentumor hatten, habe die Nase jeden Krebspatientenerkannt.
 
Es sei noch nicht geklärt, warum Patientendiese Stoffe ausatmeten. Die Erfinder der "e-nose" hofften aberauf einen einfachen Atemtest für Lungenkrebs im Frühstadium.Einige Krebsspezialisten seien allerdings skeptisch.
 
Die Lebensmittel-Industrie setzt derartige "elektronischeNasen" bereits zur Qualitätskontrolle ein. Die Sensoren dieserGeräte sind aus Quartz-Kristall aufgebaut und binden organischeMoleküle, von denen sie in Schwingungen versetzt werden.Da die Schwingungsdauer mit dem Gewicht eines Moleküles zusammenhängt,lässt sich daraus auf die chemische Zusammensetzung beispielsweisedes Atems von Patienten schließen.
 
Bislang müssten Ärzte zur Lungenkrebs-Diagnoseein Bronchoskop benutzen, das in die Lungen eingeführt wird.Eventuell ist auch die Entnahme von Gewebe nötig. CarradoDi Natale, der die "e-nose" entwickelt hat, hofft, das Ärztedamit in Zukunft auch Raucher und andere gefährdete Gruppenuntersuchen können. Skeptiker geben allerdings zu bedenken,dass die "e-nose" nur Tumore an der Lungenoberfläche erkennenund niemals Bluttests oder Ultraschallbilder ersetzen könne.
Samstag, 19. Juni 2021
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