Mo, 22. April 2019
09.12.2017 07:50

Buwog-Prozess

Meischberger-Notiz: "Nur nicht Nerven verlieren"

Am Anfang war die Frage. Nicht die mittlerweile berühmt gewordene "Wos genau war mei Leistung?" von Walter Meischberger. Sondern die von Controller Thornton an seinen Chef, Karl Petrikovics, damals noch Immofinanz-Boss. Ersterer "stolperte" über Rechnungen von Lobbyist Peter Hochegger, die über eine zypriotische Gesellschaft abzurechnen war. Thornton will "eine Anweisung" bekommen haben - und überwies. Und findet sich neben Karl-Heinz Grasser, Karl Petrikovics, Peter Hochegger, Walter Meischberger und weiteren zwölf Angeklagten vor Gericht wieder - geplanter Start: 12. Dezember.

Einen der Angeklagten kennt man von einem anderen "Monster-Prozess" - und von der Gegenseite. Als Anwalt verteidigte Gerald Toifl, honoriger Universitätsprofessor, Elsner-Nachfolger Johann Zwettler im BAWAG-Verfahren! Jetzt gilt er laut Anklage als "Mastermind" hinter den Verschleierungs-Aktivitäten für die Schmiergeldzahlungen im Zuge der Buwog-Privatisierung.

Tatsächlich finden sich auf den 825 Seiten Anklageschrift viele hochbrisante Aktennotizen des Anwalts. Etwa, "dass nicht ganz richtig versteuert wurde", dies aber durch Selbstanzeigen von Meischberger und Hochegger "richtiggestellt werden müsse." Dafür kündigte "Meischi" ein Aktienpaket der Meinl European Land, wo sein enger Freund KHG Berater war - eben um "Steuerschulden" zahlen zu können. Außerdem solle er alle Schuld auf sich nehmen, damit   - so die Anklage - auch heikle Konten nur ihm zugerechnet werden können. Grasser will von all dem nichts gewusst haben.

Im Hintergrund jagte ein Treffen das andere - detailreich notiert von Anwalt Toifl. Aber auch Meischberger war ein fleißiger Schreiber, nämlich eines Tagebuches. Beides "gefundene Fressen" bei Hausdurchsuchungen für die Ermittler. Da ging es um einen hastig abgebrochenen Ibiza-Urlaub wegen der Causa, ebenso wie wachsendes Unbehagen gegenüber Freund KHG. Aber - wie schrieb er auch so treffend: "Nur nicht die Nerven verlieren."

Gabriele Gödel und Peter Grotter, Kronen Zeitung

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