Mi, 12. Dezember 2018

Nach Polizei-Schlag

29.11.2017 20:07

Gemeindebau-Islamist jagte sich selbst in die Luft

Jetzt scheint es gewiss zu sein: Der jahrelang als Flüchtling in Wien wohnhaft gewesene Islamist Ahmed C. ist tot - gestorben bei dem 20 Stunden andauernden Anti-Terror-Schlag in Georgiens Hauptstadt Tiflis. Laut neuesten Informationen soll er sich beim Polizei-Zugriff selbst in die Luft gesprengt haben.

"Ja - wir gehen davon aus, dass einer der drei Täter, die während der Spezialoperation in Tiflis getötet wurden, Ahmed C. ist", so Nino Giorgobiani vom georgischen Innenministerium. "Endgültige Gewissheit haben wir aber erst, nachdem unsere Experten ihre Arbeit abgeschlossen haben. Auch die US-Behörden nehmen an der Untersuchung teil."

Weitere Angriffe geplant
Denn der Tschetschene, der nicht nur mit einem tödlichen Anschlag auf georgische Polizisten im Jahr 2012 in Verbindung gebracht wird, steht auch auf der Terrorliste des US-Geheimdienstes. Laut dessen Erkenntnissen sei er nicht nur als Denker und Lenker hinter dem Anschlag auf den Flughafen in Istanbul 2016 mit 45 Toten gestanden, sondern habe vor allem weitere Angriffe auf US-Einrichtungen geplant.

Eigene Dschihad-Gruppe angeführt
Österreich bzw. Wien, wo der Islamist jahrelang als anerkannter Flüchtling mit Ehefrau und Kindern gelebt und Sozialhilfe bezogen hatte, war offenbar nur sein Rückzugsgebiet. Von hier aus reiste er (laut damaligen Angaben seiner angeblich mittlerweile geschiedenen Gattin) regelmäßig nach Tschetschenien bzw. Syrien und in den Irak, wo er letztlich eine eigene Dschihad-Gruppe angeführt habe.

Nun war er aber offenbar ins Visier geraten, sein Versteck in Tiflis flog auf. Doch an Aufgabe wollte Ahmed C. nicht denken - er beendete die 20-Stunden-Belagerung durch die Spezialeinheit sprichwörtlich mit einem Knalleffekt: Laut einem georgischen Insider hat sich der Gemeindebau-Islamist vor dem Zugriff selbst in die Luft gesprengt.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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