Krankhafter Spieler

Viereinhalb Jahre Haft für Millionen-Schwindel

Österreich
15.11.2017 13:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es sind unfassbare Millionenbeträge, die bei einem Betrugsprozess in St. Pölten durch den Raum schwirren. Der Angeklagte hat zwar fast fünf Millionen Euro im Lotto gewonnen, trotzdem ist er seinen Gläubigern noch knapp vier Millionen schuldig. Motiv für den gigantischen Schwindel war wohl krankhafte Spielsucht. Der 47-Jährige erhielt viereinhalb Jahre Haft. Er erbat sich Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Der Niederösterreicher hatte den Geschädigten unter dem Vorwand eines lukrativen Geschäfts, nämlich dem An- und Verkauf von Industriemaschinen, Darlehen herausgelockt und ihnen die Rückzahlung samt Zinsen versprochen. Das Geld verspielte er laut eigenen Angaben - ebenso wie zwei Lottogewinne in Höhe von 1,9 und rund 3,1 Millionen Euro - im Casino.

Der 47-Jährige ist laut einem Gutachten spielsüchtig. Das wurde auch bei der Strafbemessung berücksichtigt, erklärte der Richter. Mildernd wirkten sich unter anderem das Geständnis und die Unbescholtenheit des Angeklagten sowie die teilweise Wiedergutmachung des Schadens aus. Zu den Erschwerungsgründen zählte die Schadenssumme von 3,6 Millionen Euro.

Kronen Zeitung/krone.at

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