Neue Tests ergaben:

"Todespfleger" hat 106 Menschen auf dem Gewissen

Ausland
09.11.2017 11:09

In der Mordserie des "Todespflegers von Oldenburg" aus dem deutschen Niedersachsen gehen die Ermittler inzwischen von 106 Toten aus. Es hätten sich nach dem Abschluss zusätzlicher toxikologischer Tests 16 weitere Verdachtsfälle ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Der Mann gilt als der schlimmste Serienmörder Deutschlands seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Ermittler rechnen dem bereits wegen sechs Verbrechen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilten Niels H. nunmehr 62 Sterbefälle im Klinikum Delmenhorst sowie 38 Taten am Klinikum Oldenburg zu. Bei fünf von diesen müssten aber noch ergänzende Untersuchungen erfolgen, weil die Betroffenen damals auch medizinisch indizierte Medikamente bekamen, schränkten sie ein. Wann die Ergebnisse dazu vorlägen, sei derzeit noch unklar.

Herz-Kreislauf-Stillstände ausgelöst und anschließend wiederzubeleben versucht
Der Pfleger hatte Intensivpatienten eigenmächtig verschiedene Medikamente verabreicht, um Herz-Kreislauf-Stillstände auszulösen und sie anschließend wiederzubeleben. Viele überlebten diese Prozedur nicht. Seine Taten beging H. zwischen 2000 und 2005. 2006 war er bei einem Tatversuch ertappt und festgenommen worden.

130 frühere Patienten nach Geständnis exhumiert
Der ehemalige Pfleger wurde in zwei Prozessen bereits wegen sechs Morden verurteilt und verbüßt eine lebenslange Haftstrafe. Wegen eines überraschenden Geständnisses in einem der Verfahren wurden die Ermittlungen zu seinem Fall anschließend noch einmal massiv ausgeweitet. Eine Sonderkommission aus Staatsanwaltschaft und Polizei exhumierte mehr als 130 frühere Patienten und ließ akribisch sämtliche Sterbefälle an seinen Arbeitsstätten prüfen.

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