19.12.2006 19:52 |

Familiendrama

Dreijährige beim Rodeln von Lkw gerädert

Familiendrama wenige Tage vor dem Heiligen Abend im 66 Einwohner zählenden Gramais, der kleinsten Gemeinde Österreichs: Montagnachmittag rodelte die dreijährige Barbara Schöpf neben dem Elternhaus bis auf die Straße - direkt unter einen vorbeifahrenden Lkw. Das Kind starb, die Schwester war Augenzeugin.

Am Montag gegen 14.10 Uhr kehrte sich die Familienidylle mit einem Schlag des Schicksals ins Gegenteil: Die kleine Barbara freute sich über den Neuschnee und holte ihren Plastikrutschteller heraus. Direkt neben dem Elternhaus fuhr das Kind die Wiese hinunter - und verlor dabei vermutlich die Herrschaft über das Sportgerät. Sie geriet auf die Straße, auf der genau in diesem Moment ein Lkw vorbeifuhr. Barbara geriet zwischen Vorder- und Hinterachse und wurde gerädert!

Lastwagenfahrer merkt nichts
Ihre sechsjährige Schwester, die neben dem Elternhaus stand, wurde Augenzeugin. Der Lkw-Fahrer, der im Ort wöchentlich Lebensmittel in die Häuser zustellt und bestens bekannt ist, bemerkte den Vorfall nicht und fuhr weiter. Die herbeigerufenen Eltern lösten Alarm aus: Ein Notarztteam kämpfte verzweifelt am Unfallort um das Leben des Kindes, das schwere Kopfverletzungen davongetragen hatte. Mit dem Helikopter wurde Barbara in die Klinik Innsbruck geflogen. Doch es war zu spät.

Die Bestürzung in der gesamten Region ist groß. Und alle stellen sich die Frage nach dem Warum - der Hang, von dem Barbara talwärts gerodelt war, ist nicht steil. Sie war also nicht schnell dran. Und auf der Straße, die ihr zum Verhängnis wurde, herrscht tagsüber gewöhnlich so gut wie kein Verkehr...

Von Günther Krauthackl; Symbolbild

Dienstag, 21. September 2021
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