Erhöhte Strahlung

Experten vermuten Quelle im Ural, kein AKW-Unfall!

Wissenschaft
08.10.2017 12:48

Die in den vergangenen Tagen unter anderem auch in Österreich gemessene leichte Radioaktivität geht nach Expertenansicht auf eine Quelle im südlichen Ural zurück. Die Ursache der erhöhten Messwerte des radioaktiven Ruthenium-106 sei jedoch weiterhin unklar, teilten das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz bei München und das deutsche Umweltministerium am Sonntag mit.

Ein Unfall in einem Atomkraftwerk (AKW) könne als Ursache ausgeschlossen werden, da ausschließlich Ruthenium-106 nachgewiesen wurde, hieß es weiter. An verschiedenen Messstellen in Europa waren seit etwa einer Woche leicht erhöhte Werte des Ruthenium-Isotops in der Luft nachgewiesen worden, unter anderem in Deutschland, Österreich und Italien. Nach Berechnungen der Experten wurde das radioaktive Material in der letzten Septemberwoche freigesetzt.

Konzentration laut Experten sehr gering
Die Konzentration des Stoffes ist jedoch sehr gering. So betrage die höchste in Deutschland gemessene Konzentration von Ruthenium in Görlitz etwa fünf Millibecquerel pro Kubikmeter Luft. "Selbst bei konstanter Einatmung über den Zeitraum von einer Woche ergibt sich daraus eine Dosis, die niedriger ist als die, die durch die natürliche Umgebungsstrahlung in einer Stunde aufgenommen wird", hieß es in der Mitteilung.

Auch das österreichische Umweltministerium hatte zuletzt Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt ausgeschlossen. Die vergangene Woche hierzulande gemessene Menge des radioaktiven Stoffes ist demnach gering: 1 radioaktiver Zerfall pro 1000 Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Nach der Tschernobyl-Katastrophe (Bild unten) wurden in unserer Region 131 radioaktive Zerfälle Jod-131 pro Kubikmeter Luft gemessen, also um 100.000-mal mehr ...

Messung der Strahlung in Tschernobyl (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Messung der Strahlung in Tschernobyl

Isotop wird auch in der Krebstherapie eingesetzt
"Ruthenium-106 ist ein radioaktiver Stoff, der auch als Strahlenquelle für die Krebstherapie zur Behandlung von Tumoren am Auge eingesetzt wird", so Anti-Atom-Experte Reinhard Uhrig von Global 2000 im Gespräch mit der "Krone" - zudem wird Ruthenium-106 in der Stromversorgung von Satelliten eingesetzt.

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