Fr, 21. September 2018

Polizist stößt Frau

25.09.2017 11:57

Anwalt: "Das war kein Im-Stich-Lassen!"

Eine ganze Weile schon zieht sich die Diskussion um zwei Polizisten, die Anfang Mai in Leoben eine amtsbekannte und einschlägig vorbestrafte Frau gestoßen und dann liegen gelassen haben sollen. Ein Gutachten entlastet die Beamten, und nun meldet sich erstmals auch deren Anwalt zu Wort.

So viel Wirbel gibt es nur selten um ein Video, das nicht einmal komplett ist: Es zeigt, dass einer der Polizisten eine 47-Jährige schubst, die laut Gutachten, das der Staatsanwaltschaft Leoben vorliegt, "nicht adäquat" fällt, daher nie bewusstlos war und nur eine leichte, nicht versorgebedürftige Wunde am Kopf davonträgt.

Das spielte sich vor dem Schubser ab:
Die Szenen davor im Lokal gelangten bis jetzt nicht an die Öffentlichkeit, die "Krone" kennt sie: Sie zeigen eine Schlägerei, zu der die Polizisten ausrücken. Immer wieder mischt sich die 47-Jährige ein, obwohl sie mit der Amtshandlung nichts zu tun hat. Mehrmals weisen die Beamten sie weg, ignorieren sie.

Als sie das Lokal verlassen wollen, folgt ihnen die offenbar Betrunkene, wird von einem anderen Lokalgast erfolglos zurückgehalten. Im Freien weitere Provokationen, Beschimpfungen, wie Zeugen bestätigen. Sie bedrängt einen Beamten, der sie mit beiden Händen an der Schulter fasst. Plötzlich fällt sie, dreht sich um und schimpft im Liegen weiter.

Frau wollte keine Hilfe
"Der Polizist hat das gelindeste Mittel angewandt. In diesem Fall wäre sogar der wesentlich invasivere ein- oder zweiseitige Handballenstoß als Einsatztaktik rechtens gewesen", erklärt Anwalt Andreas Kleinbichler. Von einem Im-Stich-Lassen kann seiner Meinung nach auch keine Rede sein: Die Polizisten sprachen sofort mit der Frau und hörten sie schimpfen. Da Gefahr im Verzug war - dem Opfer wurden weitere Angriffe angedroht -, beschlossen sie, es sicher zum Taxi zu geleiten, um sich keine zwei Minuten später um Frau R. zu kümmern. Laut Zeugen beschimpfte sie auch die Rotkreuz-Mitarbeiter.

Kleinbichler: "Die Situation im Lokal und jene nach dem Sturz wurden ignoriert. So wurde versucht, ein Bild zu zeichnen, die Polizisten hätten die Frau im Stich gelassen. Das ist falsch, Gutachten und Video beweisen das."

Monika Krisper, Kronen Zeitung

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