Mo, 24. September 2018

Anzeige von Opfer

20.09.2017 17:01

Bluttat an Schwester: "Respektierte mich nicht"

Am vergangenen Montag erstach der 18-jährige Hikmatullah S. seine 14-jährige Schwester im Innenhof eines Wohnhauses in Wien-Favoriten. Hartnäckig beteuert der Afghane nun vor der Kripo, die grauenhafte Bluttat "in einer Art Blackout" begangen zu haben, "nachdem Bakhti frech zu mir gewesen war und ich deshalb die Kontrolle über mich verlor". Indizien sprechen jedoch dafür, dass das Verbrechen geplant gewesen sein könnte.

Für die Behörden ist der Mordverdächtige kein Unbekannter: Gegen ihn wurde bereits wegen Diebstahls, Betrugs und diverser Gewaltdelikte ermittelt. Fakt ist auch: Am 30. Juni 2017 erstattete Bakhti H. in Graz Anzeige. Gegen den 18-Jährigen und ihren Vater. Das Mädchen war damals - wieder einmal - von zu Hause ausgerissen und gab den steirischen Beamten zu Protokoll, dass sie von den beiden Männern immer wieder geschlagen würde. In der Folge wurde die 14-Jährige in einem Kriseninterventionszentrum untergebracht.

"Ein böser Streit" zwischen Geschwistern
Hikmatullah S. behauptet, seine Schwester am frühen Morgen des Tattags "zufällig" in der U-Bahn-Station Reumannplatz getroffen zu haben: "Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um sie zum Heimkommen und zu einer Versöhnung mit unseren Eltern zu überreden." Letztlich habe sich zwischen den Geschwistern "ein böser Streit" entwickelt: "Ich erkannte dabei, dass Bakhti mir überhaupt keinen Respekt entgegenbringt. Deswegen geriet ich in Rage und griff nach meinem Messer."

Die Waffe hatte der junge Afghane zwei Wochen zuvor auf einem Flohmarkt gekauft und danach in einem Park vergraben. Knapp 48 Stunden vor dem tödlichen Angriff buddelte er sie aus. "Zu meinem Schutz", wie er sagt, "denn ich war ja oft nachts alleine in der Stadt unterwegs ..."

Martina Prewein, Kronen Zeitung

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