Mo, 24. September 2018

"Düstere Zukunft"

18.09.2017 13:44

US-Musikmagazin "Rolling Stone" sucht einen Käufer

Das einflussreiche US-Musikmagazin "Rolling Stone" sucht 50 Jahre nach seiner Gründung einen Käufer. Gründer Jann Wenner, der die Zeitschrift mittlerweile mit seinem Sohn Gus führt, sagte der "New York Times", für einen familiengeführten Verlag sehe die Zukunft düster aus. "Es gibt Herausforderungen, die wir nicht alleine stemmen können", sagte sein Sohn Gus Wenner.

Wenner hatte die Zeitschrift 1967 als Student im kalifornischen Berkeley gegründet. Der "Rolling Stone" entwickelte sich seitdem nicht nur zu einem Magazin für Rockmusik und alternative Kultur, sondern auch zu einem Hort experimenteller Autoren wie dem exzentrischen Schriftsteller Hunter Thompson.

Allerdings hatten Image und Finanzen zuletzt enorm gelitten, nachdem der "Rolling Stone" 2014 über eine angebliche Massenvergewaltigung auf einem Universitätsgelände berichtet hatte. Eine Untersuchung ergab, dass das Magazin elementare journalistische Grundregeln bei der Recherche und der Veröffentlichung des Artikels missachtet hatte. Die von der angeblichen Zeugin geschilderte Vergewaltigung gab es nicht.

Der "Rolling Stone" und eine seiner Reporterinnen mussten die Geschichte später nicht nur zurücknehmen und sich entschuldigen, sondern drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) Entschädigung wegen des Artikels zahlen. Die Vize-Dekanin der fraglichen Universität in Virginia hatte sogar 7,5 Millionen Dollar Entschädigung gefordert. Ihr war in dem Beitrag vorgeworfen worden, den Vorfall aus Furcht um den guten Ruf der Eliteuniversität vertuscht zu haben.

Im vergangenen Jahr hatte der "Rolling Stone" bereits einen Anteil von 49 Prozent an das Singapurer Start-up BandLab Technologies verkauft. Geführt wird es von Kuok Meng Ru, dem Sohn des weltgrößten Palmöl-Händlers Kuok Khoon Hong. Ob er seinen Anteil nun auf eine Mehrheit aufstocken will, ist bislang noch unklar.

Die Familie Wenner verkaufte zudem in diesem Jahr bereits das Promimagazin "US Weekly" und die Modezeitschrift "Men's Journal" an den Konzern American Media, der auch eine Reihe von Boulevardtiteln veröffentlicht. Ob das Unternehmen auch Interesse am "Rolling Stone" hat, war zunächst nicht bekannt.

Der heute 71-jährige Gründer Wenner betonte, er hoffe, weiterhin eine Rolle bei dem Magazin spielen zu können. Letztlich sei das aber eine Entscheidung des neuen Eigentümers.

 krone.at
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