Do, 21. Juni 2018

Nächste Provokation

15.09.2017 07:46

Kim jagt erneut Rakete über Japan hinweg

Nordkorea zündelt allen UNO-Sanktionen zum Trotz weiter: Das Regime in Pjöngjang hat am Freitag zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Rakete getestet. Das Geschoss sei nahe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung Osten abgefeuert worden, über Japan hinweggeflogen und rund 2200 Kilometer östlich der Insel Hokkaido ins Meer gestürzt, teilte die Regierung in Tokio mit. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea Japan mit Vernichtung durch eine Atombombe gedroht.

Laut der japanischen Regierung sei die nordkoreanische Rakete Freitagfrüh (Ortszeit) in einer Höhe von etwa 770 Kilometern rund 3700 Kilometer weit geflogen. Bereits Ende August hatte Pjöngjang eine Rakete über Japan hinweggeschossen. Machthaber Kim Jong Un kündigte damals weitere Raketentests an. Am Donnerstag drohte Pjöngjang Japan dann mit einer Atombombe, mit der "die vier Inseln der Inselgruppe in der See versinken sollen".

Japan empört über "ungeheuerliche Aktion"
Japan protestierte am Freitag scharf gegen den neuerlichen Raketentest Nordkoreas. Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte ihn als "ungeheuerliche Aktion", die nicht toleriert werden könne: "Die internationale Gemeinschaft muss zusammenkommen und eine klare Botschaft an Nordkorea senden, das den Weltfrieden mit seinen Aktionen bedroht." Er kündigte Maßnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung an.

Südkorea kritisiert "rücksichtslose Provokation"
Südkorea warf dem verfeindeten Nachbarn eine "rücksichtslose Provokation" vor. "Der Test stellt eine ernste Bedrohung für den Frieden und die Stabilität auf der Koreanischen Halbinsel und die Weltgemeinschaft dar", teilte das Außenministerium in Seoul mit. Die südkoreanischen Streitkräfte reagierten mit einer Militärübung, dabei seien Raketen ins Japanische Meer geschossen worden, hieß es. Präsident Moon Jae In berief den nationalen Sicherheitsrat ein, um über die Lage zu beraten.

Das US-Pazifikkommando teilte mit, bei dem von Nordkorea abgefeuerten Geschoss habe es sich ersten Einschätzungen zufolge um eine ballistische Mittelstreckenrakete gehandelt. Diese habe keine Gefahr für die Vereinigten Staaten oder die US-Stützpunkte auf der Pazifikinsel Guam bedeutet. Nordkorea arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung von Interkontinentalraketen, die auch die USA erreichen könnten.

Tillerson fordert "neue Maßnahmen gegen Kim"
US-Außenminister Rex Tillerson übte am Freitag heftige Kritik an Nordkorea: "Das ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass mit Japan ein Vertragspartner der USA direkt bedroht wurde. Diese fortgesetzten Provokationen führen dazu, dass Nordkoreas diplomatische und wirtschaftliche Isolation nur noch vertieft wird. Wir rufen alle Nationen auf, neue Maßnahmen gegen das Regime von Kim zu ergreifen." Die UNO-Resolutionen bedeuteten eine Basis, nicht aber das Höchstmaß der zu ergreifenden Maßnahmen.

Tillerson forderte zudem ausdrücklich China und Russland auf, die Raketentests Nordkoreas zu verurteilen und ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen. "China liefert Nordkorea den größten Teil seines Öls, Russland ist der größte Arbeitgeber für nordkoreanische Zwangsarbeiter", so Tillerson.

UNO-Sanktionen zeigen keinerlei Wirkung
Nordkorea hatte am 3. September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Erst am Montag hatte der UNO-Sicherheitsrat als Reaktion darauf ein weiteres Sanktionspaket gegen die Regierung in Pjöngjang beschlossen. Noch am Freitag wird sich der Sicherheitsrat auf Wunsch der USA und Japans erneut mit dem Konflikt befassen.

 krone.at
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