10.12.2006 18:23 |

Zu warm

Lebensraum für Alpentiere schwindet

Schneefink, Schneehase und Alpenschneehuhn - ihre Tage auf dieser Erde scheinen gezählt. Nach einer neuen erschreckenden Klimwandel-Studie gefährdet die Erderwärmung besonders die ökologisch sensible Fauna und Flora in Österreichs Bergen. Dutzende an die Kälte angepasste Arten könnten schon bald aussterben.

"Dem Edelweiß passiert nichts. Es kann mit dem Ansteigen der Schneegrenze auch weiter oben wurzeln", sagt Dr. Georg Grabherr vom Department für Naturschutz- und Vegetationsbiologie der Universität Wien.

Das ist aber auch schon die einzige gute Nachricht, die der anerkannte Wissenschafter und sein Team von ihren Expeditionen über der Baumgrenze am Schrankogel mit ins Tal nehmen. Denn alles andere an Flora da oben ist durch den Klimawandel höchst bedroht. Grabherr: "Pflanzen und Flechten, die es kalt brauchen, verlieren ihren Lebensraum. So etwa das Sautersche Felsenblümchen."

Ähnlich dramatisch skizziert am heutigen "Tag der Berge" Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes, die Bedrohungssituation in den heimischen Alpen: "Der Klimwandel setzt dem Schneefinken, aber auch dem Alpenschneehuhn schwer zu. Schwindet die weiße Pracht, dann schwinden auch sie. Die Artenvielfalt wird dramatisch abnehmen."

Von Mark Perry

Sonntag, 20. Juni 2021
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