So, 19. August 2018

WM-Qualifikation

22.08.2017 11:36

Max Wöber und Moritz Bauer erstmals im ÖFB-Kader

Teamchef Marcel Koller hat am Dienstag den Kader für die kommenden WM-Qualifikations-Spiele gegen Wales (2. September) und Georgien (5. September) bekannt gegeben. Erstmals mit dabei sind die Verteidiger Moritz Bauer und Maximilian Wöber. Der gebürtige Schweizer Bauer spielt bei Rubin Kasan, der 19-jährige Wöber steht vor einem Transfer von Rapid zu Ajax Amsterdam.

Das ist der Kader für die WM-Qualifikationsspiele:

Auf den vor einem Transfer zu Ajax Amsterdam stehenden Rapid-Profi Wöber hält Koller große Stücke. "Er ist einer mit Zukunftsperspektive für uns", meinte der Nationaltrainer.

Da sich kein einziger klassischer Linksverteidiger im Kader befindet - zuletzt spielte Martin Hinteregger in Irland auf dieser Position - ist Wöber ein Kandidat für den Job links in der Viererkette. "Seine beste Position ist in der Innenverteidigung, er hat aber auch schon links gespielt. Es ist eine Möglichkeit, ihn links zu bringen", sagte Koller.

Bauer als Rechtsverteidiger?
Anwärter auf den Posten als Rechtsverteidiger ist Bauer. Der gebürtige Schweizer, der einen österreichischen Vater hat und vor einigen Monaten die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt, hat derzeit einen Stammplatz bei Rubin Kasan und profitierte von der Verletzung von Valentin Lazaro und der bisher erfolglosen Vereinssuche von Florian Klein. "Bauer ist auf der rechten Seite einsetzbar, auch in einem 3-5-2-System. Er ist taktisch gut ausgebildet und hat Zug nach vorne", sagte Koller über den 25-Jährigen.

Wegen mangelnder Spielpraxis vorerst nicht im Kader ist Tottenham-Verteidiger Kevin Wimmer. Auch dem ÖFB-Kapitän fehlen derzeit die Einsätze. Julian Baumgartlinger muss sich bei Bayer Leverkusen mit einem Reservistendasein anfreunden. "Er ist voll im Saft, hat zwar keinen Spielrhythmus, aber trainiert mit. Wir sind von seiner Qualität überzeugt", betonte Koller und verwies in diesem Zusammenhang auf Christian Fuchs, der beständige Leistungen im ÖFB-Team brachte, obwohl er in seiner Schalke-Zeit oft nicht zum Einsatz kam.

Einige andere Teamspieler bereiten dem Coach offenbar mehr Sorgen als Baumgartlinger - Florian Grillitsch etwa, der es bei Hoffenheim noch nicht in den Kader geschafft hat. "Er ist nach seiner Verletzung seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining und voller Tatendrang. Ich hoffe, dass er am Wochenende auf der Bank sitzt."

Beim an einer Fußverletzung laborierenden Guido Burgstaller steht noch die genaue Diagnose aus. Der Schalke-Stürmer könnte rechtzeitig fit werden, Zlatko Junuzovic hingegen musste wegen Achillessehnenprobleme definitiv absagen. "Es bringt nichts, wenn man einen Spieler fitspritzt. Wir hoffen, dass er beim nächsten Lehrgang wieder dabei ist", meinte Koller im Zusammenhang mit dem Legionär von Werder Bremen.

Arnautovic trotz Kritik "Führungsspieler" 
Immerhin steht Koller der in Irland gesperrt gewesene Marko Arnautovic wieder zur Verfügung. Der Neo-West-Ham-Profi sorgte zuletzt am Samstag mit seiner Rote Karte wegen eines Ellbogenchecks für Aufsehen. "So etwas kann immer wieder passieren, man soll das nicht zu hoch hängen", betonte Koller und bezeichnete Arnautovic als "Führungsspieler".

Der 28-Jährige erzielte im vergangenen Oktober beim Heim-2:2 gegen Wales beide österreichischen Treffer. Diesmal wäre so ein Resultat für das ÖFB-Team zu wenig, wie auch Koller weiß. "So wie es aktuell aussieht, wäre es gut, wenn wir gewinnen würden", erklärte der Teamchef.

Kollers Truppe liegt ebenso wie Wales vier Runden vor Schluss vier Punkte hinter dem Führungsduo Serbien und Irland. Angesichts dieser Ausgangsposition ist der EURO-2016-Semifinalist ebenfalls dringend auf Punktezuwachs angewiesen. "Sie werden vor Heimpublikum versuchen zu gewinnen, aber wir haben schon gezeigt, dass wir auswärts bestehen können."

Allerdings ist der Respekt vor den großen walisischen Stars groß. "Sie haben mit Ramsey und Bale Topspieler, die mit ihrer individuelle Klasse Matches alleine entscheiden können", warnte Koller, verbreitete aber auch Optimismus. "Von unseren 23 Kaderspielern waren am Wochenende 17 im Einsatz, sechs nicht, einer war verletzt. Sie sind frisch und hungrig, wieder zur Nationalmannschaft zu kommen."

Zum ersten Training bittet Koller seine Schützlinge am Montagnachmittag auf einem Trainingsplatz beim Ernst-Happel-Stadion, am 1. September erfolgt der Abflug nach Wales. Abgeschlossen wird der Lehrgang mit der Partie am 5. September gegen Georgien - für dieses Spiel waren bis Dienstag erst 11.000 Karten abgesetzt.

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