Fr, 22. Juni 2018

"Nadelöhr" beseitigt

21.07.2017 12:41

Zweite Gleinalmtunnel-Röhre offiziell eröffnet

Nach knapp vier Jahren Bauzeit ist am Freitag die zweite Röhre des Gleinalmtunnels im Verlauf der Pyhrnautobahn (A9) offiziell eröffnet worden. Die Gleinalm war davor fast 40 Jahre lang nur durch die 8,3 Kilometer lange Bestandsröhre mit Gegenverkehr zu durchfahren. Bis Mitte September sind nun beide Röhren in Betrieb, danach wird die alte bis Ende 2019 generalsaniert.

Mehr als 23.000 Fahrzeuge täglich fuhren zuletzt durch den mautpflichtigen Gleinalmtunnel. An den Wochenenden im Sommer sind es bis zu 30.000 Pkw und Lkw, denn die Strecke ist eine der beliebtesten für Urlauber, die in den Süden und wieder zurück in die Heimat wollen. In Summe investiert die Asfinag 260 Millionen Euro in den Vollausbau des Gleinalmtunnels, davon entfallen etwa 180 Millionen für den Neubau.

34 Fluchtwege, moderne Technik, Warnsystem
Die neue Röhre besitzt moderne Technik, einen hellen Anstrich, viel Licht und das Warnsystem "Akut" mit Mikrofonen als "Ohren". Auch verfügt sie nun über 34 Fluchtwege in Form von Querschlägen, wobei acht davon für Einsatzfahrzeuge zu befahren sind. Hinzu kommen acht je 40 Meter lange Pannenbuchten, die über Notruf und Löschwassereinrichtungen verfügen. Alle 125 Meter wurden Notrufnischen eingerichtet, die mit Telefon, Notruf- und Brandmeldetaste ausgestattet sind.

Die sogenannte Gleinalmstrecke mit einer Länge von 32,6 Kilometern verbindet den Knoten St. Michael in Steiermark mit dem Knoten Peggau-Deutschfeistritz nördlich von Graz. 1971 wurde mit der Planung begonnen, 1973 erfolgte der Tunnelschlag. 1978 wurde der vorerst einröhrige Gleinalmtunnel eröffnet. Der Verkehr nahm im Lauf der Jahrzehnte zu, weshalb die Röhre an ihre Kapazitätsgrenzen gelangte. 2011 wurde mit der Planung der zweiten Röhre begonnen, bis Sommer 2013 alle Verfahren abgewickelt. In den vergangenen vier Jahren waren laut Asfinag täglich 60 bis 140 Arbeiter auf der Baustelle in und um den Tunnel beschäftigt.

Schützenhöfer: "Verkehrspolitisch historischer Tag"
Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) zeigte sich froh, dass dieses "Nadelöhr" nun beseitigt wurde, denn "das Schlimmste sind frontale Zusammenstöße in Tunneln". Diese Gefahr sei nun Vergangenheit. Der Obersteirer sprach vom "vielleicht modernsten Tunnel Europas" und von seiner Vision: keine Verkehrstote mehr. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) erklärte den Freitag zu einem "verkehrspolitisch historischen Tag": "Wir haben lange auf diesen Tunnel gewartet." Er dankte auch seinem Vorgänger Franz Voves (SPÖ), in dessen Ära der Tunnelanschlag stattgefunden hatte. Tunnelpatin ist übrigens seine Ehefrau Ingrid Voves.

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