Sa, 23. Juni 2018

In Richtung Japan

04.07.2017 12:28

Nordkorea schoss Rakete fast 1000 Kilometer weit

Nordkorea hat am Dienstag erneut mit den Säbeln gerasselt. Das kommunistische Regime schoss eine Mittelstreckenrakete ab, die fast 1000 Kilometer weit in Richtung Japan flog. Umgehend folgten scharfe Proteste aus Südkorea und Japan, US-Präsident Donald Trump nahm erneut China in die Pflicht. UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen.

Nach Informationen des südkoreanischen Militärs wurde die ballistische Rakete in Panghyon im Westen Nordkoreas gestartet. Sie sei rund 930 Kilometer weit in Richtung Japanisches Meer vor der Ostküste der Koreanischen Halbinsel geflogen. Die US-Armee bestätigte, dass es sich um eine Mittelstreckenrakete gehandelt habe. Das Geschoß sei 37 Minuten lang in der Luft gewesen, teilte das US-Pazifikkommando mit. Die Rakete landete wahrscheinlich in Japans exklusiver Wirtschaftszone - einer 200-Meilen-Zone vor der Küste.

Der jüngste Test erfolgte vor den Feiern zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli in den USA. "Ich vermute irgendwie, dass sie genau deshalb heute etwas Feuerwerk abgebrannt haben", sagte der US-Atomwaffenexperte Shea Cotton. Nordkorea unterstellt den USA regelmäßig eine feindselige Politik. Das wird von der US-Regierung bestritten.

Japan sieht Provokation
Die japanische Regierung warf der isolierten nordkoreanischen Führung Provokation vor und erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete 900 Kilometer und "etwa 40 Minuten", bevor sie in Japans exklusiver Wirtschaftszone im Meer landete. Die Rakete überschritt demnach "bei Weitem" eine Flughöhe von 2500 Kilometern. Nach Einschätzung von Experten erreichte sie damit theoretisch die Höhe einer Interkontinentalrakete.

Ministerpräsident Shinzo Abe rief zugleich die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinping und Wladimir Putin, auf, beim G20-Gipfel am kommenden Wochenende in Hamburg eine "konstruktive" Rolle im Konflikt mit Nordkorea zu spielen. In Südkorea berief Präsident Moon Jae In nach dem Raketentest im Nachbarland - wie üblich in diesen Fällen - den nationalen Sicherheitsrat ein.

Trump nimmt China in die Pflicht
US-Präsident Trump erklärte auf Twitter, es sei schwer zu glauben, dass Südkorea und Japan sich weiter mit der Situation abfinden würden. Er frage sich, ob "dieser Typ" nichts Besseres in seinem Leben zu tun habe, als Raketen starten zu lassen, schrieb er und spielte damit offenbar auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un an. "Vielleicht wird China erhebliche Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um diesen Unsinn ein für allemal zu beenden."

Nordkorea: "Test erfolgreich"
Das Regime in Nordkorea erklärte am Dienstagvormittag, man habe erfolgreiche eine Interkontinentalrakete getestet. Das Geschoss vom Typ Hwasong-14 habe eine Höhe von 2800 Kilometern erreicht und sein Ziel nach genau 39 Minuten Flugzeit präzise getroffen, teilte der international nahezu völlig isolierte Staat mit. Nordkorea habe damit die Fähigkeit, überall auf der Welt Ziele mit Raketen zu treffen.

Russland widersprach den Aussagen des nordkoreanischen Regimes. Das Verteidigungsministerium in Moskau gehe davon aus, dass lediglich eine Mittelstreckenrakete erprobt worden sei, meldete die Nachrichtenagentur RIA am Dienstag. Das Geschoss habe demnach eine Höhe von 535 Kilometern erreicht und sei etwa 510 Kilometer weit geflogen, ehe es vor Japan ins Meer gestürzt sei. Für Russland habe der Test keine Bedrohung dargestellt.

Einer der gefährlichsten Konflikte weltweit
Der Streit mit dem kommunistisch regierten Land gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. Die Lage in der Region ist nach mehreren Tests ballistischer Raketen durch Nordkorea, darunter Mittelstreckenraketen, sowie Marschflugkörpern in den vergangenen Monaten sehr angespannt. Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Flugkörper, die je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern können. Nordkorea arbeitet nach eigenen Angaben auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die bis in die USA getragen werden könnten.

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