So, 15. Juli 2018

Anzeige gegen Bürger

03.07.2017 16:12

"Falschmeldungen" um HCB beschäftigen Justiz

Im komplexen Verfahren um den Hexachlorbenzol-Umweltskandal muss sich die Justiz mit Anzeigen um "Fake News" herumschlagen. Ein Opfer-Anwalt und ein Prozessfinanzier fühlen sich verleumdet und haben einen Bürger angezeigt. Auch Wietersdorfer klagen über Falschinformationen und gehen gegen Juristen vor.

"Fake News" zur politischen Stimmungsmache stehen längst auf der Tagesordnung. Auch bei der juristischen Aufarbeitung des äußerst komplexen HCB-Skandals dreht sich jetzt vieles um Falschmeldungen: Es gibt eine Strafanzeige, Zivilklagen, eine einstweilige Verfügung und eine Streitverkündung.

Franz Kallinger (Advofin) und Anwalt Wolfgang List, die für die HCB-Opfer vor Gericht ziehen, gehen wegen angeblicher Falschmeldungen mit schweren Geschützen gegen einen Bürger vor. "Es geht um verbreitete Fehlinformationen zu Prozessvereinbarungen und Messwerte", fühlen sich Kallinger und List verleumdet. Eine Strafanzeige wurde gestellt, Zivilklage eingereicht.

Auch im Zivilverfahren um gesundheitliche Schäden geht es jetzt um Fehlinformationen. Der Betreiber des Wietersdorfer Zementwerkes beschuldigt List, Kallinger und einen Psychiater, der Bevölkerung eine gesundheitliche Gefährdung durch HCB fälschlich suggeriert zu haben - "ohne jede seriöse wissenschaftliche Grundlage und unter Verschweigen gegenteiliger Untersuchungsergebnisse". List dementiert. Sollte das Gericht im Prozess psychische Schäden bei HCB-Opfern feststellen, will Wietersdorfer den Anwalt, Prozessfinanzier und den Gutachter dafür mitverantwortlich machen und regressieren.

Thomas Leitner, Kärntner Krone

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.