Mi, 18. Juli 2018

Mega-Stern mit Beule

01.07.2017 07:21

ALMA macht bislang schärfstes Foto von Betelgeuse

Mit dem Teleskopverbund Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (kurz ALMA) in Chile haben Forscher das bis dato schärfste Bild eines Roten Überriesen namens Betelgeuse (oft auch als Beteigeuze bezeichnet) gemacht. Der rund 600 Lichtjahre von der Erde entfernte Stern im Sternbild Orion ist einer der größten, die die Astronomie zurzeit kennt.

Betelgeuse ist einer der leuchtkräftigsten Sterne und mit einem Radius vom 1400-Fachen unserer Sonne ein wahrer Gigant. Zum Vergleich: Befände sich der Rote Überriese im Zentrum unseres Sonnensystems, würde er sich bis fast zur Umlaufbahn des Jupiter erstrecken. Merkur, Venus, Erde, Mars, sowie der Asteroidengürtel zwischen dem Roten Planeten und Jupiter, befänden sich im Sterninneren (siehe Illustration unten).

Einer der leuchtkräftigsten Sterne überhaupt
Weil Betelgeuse sehr hell leuchtet - der Stern sendet rund 100.000-mal mehr Licht aus als unser Sonne - verbrennt sein Treibstoff recht schnell. Aus diesem Grund steht der Mega-Stern, obwohl er erst acht Millionen Jahre alt ist, bereits kurz davor, in einer Supernova zu explodieren. Ein Ereignis, dass dann von der Erde aus selbst am hellichten Tag mit bloßem Auge beobachtbar sein wird.

Rote Überriesen wie Betelgeuse befinden sich in einem der letzten Entwicklungsstadien des Lebens massereicher Sterne. In diesem kurzen Lebensabschnitt nimmt ihr Durchmesser dramatisch zu und sie stossen ihre äußeren Schichten ab, sodass mehr und mehr Materie in die Umgebung der Sterne abströmt. Innerhalb von nur 10.000 Jahren kann ein solcher Stern dadurch soviel Masse verlieren wie insgesamt in unserer Sonne enthalten ist.

Einzigartige Lage auf Hochplateau in Chile
Der aus 66 hochpräzisen Antennen bestehende Teleskopverbund ALMA beobachtet Radiowellen aus dem Universum im unteren Energiebereich des elektromagnetischen Spektrums. Das 2013 eröffnete Superteleskop liegt in mehr als 5000 Metern Seehöhe auf dem Chajnantor-Plateau in der Atacama-Wüste in Chile. Es wird von der Europäischen Südsternwarte (ESO), deren Mitglied seit 2009 auch Österreich ist, sowie Partnern aus Nordamerika, Ostasien und Chile betrieben.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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