Mo, 22. Oktober 2018

Um 500 € pro Stück

14.06.2017 06:49

Falsche Deutsch-Zeugnisse an Asylwerber verkauft

"Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten", lautet das 8. Gebot - in der Kurzform: "Du sollst nicht lügen." Und hätten sich der Anwalt und seine Lebensgefährtin vor allem an das "nicht falsche Zeugnis" erinnert, wäre ihnen dieser Prozess in Wien erspart geblieben. Denn sie verkauften falsche Deutsch-Zeugnisse an 52 Asylwerber.

Aber es sitzt nur sie vor dem Richter, Anwalt Andreas Reichenbach an ihrer Seite. Er, der deutsche Anwalt, der auf der Wiener Mariahilfer Straße eine Kanzlei eingerichtet hatte - Schwerpunkt Asylverfahren -, ist gesperrt und für die heimische Justiz derzeit nicht greifbar.

"Psychische Probleme. Geld verspielt."
So also musste sie erklären, warum sie 52 Asylwerbern Deutsch-Zeugnisse um rund 500 Euro das Stück verkaufte. Die sind übrigens seit der Verschärfung der Gesetze unabdingbar für die Erteilung des Bleiberechts. Sie tat es dann - einsilbig: "Psychische Probleme, Geld verspielt." Das war's dann aber auch schon wieder.

Dass es nun einen Wust an weiteren Strafverfahren geben wird - jeder Asylwerber bekommt eines wegen Vorlage einer gefälschten Urkunde - ist der Frau ziemlich wurscht. Die 28 Monate Gefängnis weniger ...

Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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