13.04.2017 15:36 |

Hilferuf via Chemie

Ameisen-Art rettet ihre verletzten Artgenossen

Wenn afrikanische Matabele-Ameisen bei ihren Beutezügen verletzt werden, dann können sie Artgenossen herbeirufen. Diese tragen das verletzte Insekt dann zurück in den Bau, wo es verarztet wird, wie Forscher der Universität Würzburg jetzt herausgefunden haben. "Erstmals haben wir damit bei wirbellosen Tieren ein Helferverhalten gegenüber Verletzten beobachtet", sagte Erik T. Frank vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie.

Dem Wissenschaftler zufolge alarmiert das im Kampf verletzte Tier andere Ameisen, indem es chemische Signalstoffe über ihre Mandibeldrüse (sie liegt an den Beißwerkzeugen der Tiere, Anm.) absondert. Daraufhin werde eine Rettungskette in Gang gesetzt, damit die verletzte Ameise zurück ins Nest gebracht und dort verarztet werden kann, schreiben Frank und seine Kollegen im Fachmagazin "Science Advances".

Im Nest regenerieren sich die verletzten Ameisen, lernen die Gangart mit fünf oder vier Beinen und ziehen schließlich wieder in den Kampf. "38 der 40 im Kampf verletzten und von uns mit Farbe markierten Tiere haben wir wenig später bei einem Raubzug wieder gesehen", so der Frank.

Die Wissenschaftler haben die südlich der Sahara lebenden Matabele-Ameisen (Megaponera analis) seit 2013 beobachtet. Ihre Kolonien bestehen typischerweise aus rund 1000 zwischen sechs Millimetern und zwei Zentimetern großen Tieren, die täglich zu etwa drei bis fünf Raubzügen aufbrechen.

"Ein Drittel der Verletzten würde es ohne Hilfe nicht zurückschaffen", sagte Frank. Der Aufwand, sich um die verletzten Tiere zu kümmern, zahlt sich aber offenbar aus. Den Forschern zufolge wäre die Ameisenkolonie ohne die Rettungsaktionen um mehr als ein Viertel kleiner.

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