10.04.2017 10:23 |

Polizei alarmiert

Weiblicher Jesus sorgt für Skandal in Kirche

In Kärnten hat eine unangekündigte Kunstaktion am Palmsonntag zu einem Polizeieinsatz und heißen Diskussionen in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche St. Egid geführt: Der Künstler Hans Gerhard Kalian hatte dort seine Kreuzesdarstellung der "martyre femme" angebracht und damit Mitarbeiter der Pfarre schwer erzürnt.

Während der Palmsonntagprozession stellte der Ferlacher Künstler in einem vom Mesner unbeobachteten Moment sein Werk in der Kirche auf. "martyre femme" zeigt eine an ein Andreaskreuz gebundene Frau, deren weißes Kleid blutgetränkt ist. Das Werk soll auf das Leiden der Frauen in unserer Welt hinweisen und hinterfragen, ob das weibliche Martyrium in der männerdominierten Kirche ausreichend thematisiert wird.

Pfarrmitglieder erstatten Anzeige
Mitarbeiter der Pfarre waren erzürnt über diese "Provokation", die "ohne jegliche Absprache" den Gottesdienst gestört habe. Die Polizei wurde alarmiert und hielt die Kunstaktion fotografisch fest. "Wir haben Anzeige gegen den Künstler erstattet", hieß es vonseiten der Pfarre. "Es steht der Vorwurf der Herabwürdigung religiöser Lehren im Raum", so ein Beamter. Stadthauptpfarrer Markus Mairitsch zeigte sich ob der Aktion vor den Kopf gestoßen: Er sieht darin eine "Religionsstörung".

"Wollte auf etwas hinweisen"
Der Künstler wollte jedoch nicht provozieren: "Ich wollte auf etwas hinweisen - es geht mir darum, ein Gegenstück zu den üblichen Fastentüchern zu machen. Immer steht Christus mit dem Leidensweg im Vordergrund, da wollte ich darauf hinweisen, dass die Frauen seit Jahrtausenden dieses Leid mittragen." Das habe er optisch darstellen wollen, um auf das Leid unterdrückter, verschleppter und missbrauchter Frauen aufmerksam zu machen.

"Muss man ohne Genehmigung machen"
Die Kunstaktion habe der Künstler der Kirche nicht im Vorfeld angeboten, weil sie laut eigenen Angaben sofort verboten worden wäre. "Das muss man ohne Genehmigung machen, anders geht es nicht", so der Künstler zum ORF. Letztendlich habe der Priester den Banner niedergerissen und ihm wieder zurückgegeben.

Christina Kogler, Kärntner Krone

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