Mo, 23. Juli 2018

15,3 Mio. € Schaden!

22.03.2017 12:21

Enkeltrick-Pate zog allein bei uns 361 Opfer ab

Er gilt als Pate und Erfinder des Neffen- bzw. Enkeltricks: der 49-jährige Pole Arkadiusz "Hoss" L. Jetzt sitzt der mutmaßliche Verbrecherboss in Warschau wieder einmal hinter Gittern. Gemeinsam mit seinem Roma-Clan und rekrutierten Helfern erbeutete er mehr als eine Milliarde Euro, in Österreich gibt es 361 Opfer.

Arkadiusz L., Spitzname "Hoss", erfand im Jahr 1999 mit seinen beiden Brüdern und einem Schwager den Nichten-Neffen-Enkeltrick und galt als erfolgreichster Keiler. Gemeinsam mit weiteren Clan-Mitgliedern wurde die Betrugsmasche immer wieder verfeinert.

Nach deutschen Ermittlungserfolgen gegen die Betrügerbande floh "Hoss" nach Polen, von wo aus seine Keiler telefonisch potenzielle Opfer in Deutschland, der Schweiz und Österreich suchten und Logistiker die Geld-Abholer organisierten.

Europäischer Haftbefehl erzielte Erfolg
Insgesamt soll die Neffen-Enkeltrick-Bande allein im deutschsprachigen Raum eine Milliarde Euro erbeutet haben. Seit 2011 wurde unter Leitung von Chefinspektor Rupert Ortner vom Landeskriminalamt Oberösterreich bei uns schwerpunktmäßig Jagd auf die Verdächtigen gemacht.

Daraufhin hat Österreich gegen die Kriminellen auch einen Europäischen Haftbefehl erwirkt - mit Erfolg: Der Sohn (29) des Bandenbosses, der einer Innviertlerin 640.000 Euro herausgelockt hatte, wurde erwischt und steht derzeit in Hamburg vor Gericht.

Insgesamt 15,3 Millionen Euro in Österreich erbeutet
In Österreich hatte die Bande seit 2011 bei insgesamt 361 polizeibekannten Opfern 15,3 Millionen Euro erbeutet, wobei die Zahl der Opfer von 160 Fällen im Jahr 2011 auf zehn Fälle im Vorjahr kontinuierlich abnahm. Heuer gab es erst zwei Fälle.

Nachdem "Hoss" im Februar gegen 80.000 Euro Kaution gefasst worden war, aber wieder freikam und untertauchte, wurde er nun in seinem Versteck in Warschau neuerlich verhaftet.

 krone.at
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