Sa, 23. Juni 2018

Oberhauser-Nachfolge

07.03.2017 17:31

SPÖ einig: Rendi-Wagner wird Gesundheitsministerin

Offiziell steht die Nachfolge für die im Februar an Krebs verstorbene Sabine Oberhauser noch nicht fest. Kanzler Christian Kern gab am Dienstag jedoch bekannt, Pamela Rendi-Wagner am Mittwoch in den SPÖ-Gremien als neue Gesundheitsministerin vorzuschlagen. Eine Zustimmung ist nur noch Formsache. Die bisherige Sektionschefin im Gesundheitsministerium soll auch die Frauen-Agenden übernehmen.

Kanzlersprecher Nikolai Moser bestätigte am Dienstagnachmittag via Twitter das Vorhaben Kerns, Rendi-Wagner als Oberhauser-Nachfolgerin in den SPÖ-Gremien vorzuschlagen. In der "Zeit im Bild" um 17 Uhr bezeichnete Kern Rendi-Wagner als "bekannte und hervorragend qualifizierte Expertin, die eine beachtliche Berufskarriere gemacht hat, mit beiden Beinen im Leben steht".

Angelobung eventuell schon am Montag
Das Präsidium der SPÖ tritt um 8 Uhr früh im Parlament zusammen, danach tagt der Vorstand. Eine Zustimmung ist nur noch Formsache. Die Angelobung der bisherigen Sektionschefin im Gesundheitsministerium könnte kommenden Montag erfolgen. Tags darauf soll sie dem Parlament vorgestellt werden.

Am Dienstag vor dem Ministerrat wollte man noch nicht bestätigen, dass die 46-jährige Rendi-Wagner die neue Gesundheits- und Frauenministerin wird. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) sagte zumindest, sie fände es "schön", wenn das Frauenministerium wieder von einer Frau geleitet werde. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) bezeichnete Rendi-Wagner als "exzellente Fachfrau", die Entscheidung läge aber alleine bei der SPÖ.

SPÖ-Frauen hätten Ministerium gerne bei ihnen gesehen
Die SPÖ-Frauen hätten das Ressort gerne bei einer der ihren sehen, womit Rendi-Wagner nicht infrage käme. Allerdings: Eine Herabstufung von einem Ministerium auf ein Staatssekretariat - ausgerechnet am Internationalen Frauentag - gilt auch nicht als das beste Signal.

Porträt von Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner
Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner, bisherige Sektionschefin im Gesundheitsministerium und Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit, ist so wie ihre verstorbene Vorgängerin Ärztin und hat schon eine steile wissenschaftliche Karriere hinter sich. Nach der Promotion an der Medizinischen Universität Wien 1996 machte sie ihre Facharztausbildung in London und arbeitete danach über zehn Jahre am Institut für Tropenmedizin der Medizinischen Uni Wien. 2008 habilitierte sie zum Thema Prävention durch Impfschutz.

Danach verbrachte die Mutter von zwei Mädchen einige Jahre in Israel, wo sie als Gastprofessorin an der Universität Tel Aviv wirkte. Ihr Mann Michael Rendi war österreichischer Botschafter in Israel. Nach der Berufung seiner Frau ins Gesundheitsministerium nach Wien kehrte auch er nach Österreich zurück. Er ist seit dem Vorjahr als Kabinettschef von SPÖ-Kulturminister Thomas Drozda im Bundeskanzleramt tätig.

Der damalige Gesundheitsminister Alois Stöger holte Pamela Rendi-Wagner 2011 als Leiterin der Sektion III für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und medizinische Angelegenheiten sowie als Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit in sein Ressort. In dieser Funktion wurde sie der Öffentlichkeit bald als Krisenmanagerin bekannt. Komplizierte Zusammenhänge stellte sie einfach und auf den Punkt gebracht dar. Für ihre Arbeit nennt sie "den Teamgeist aller Mitarbeiter" als einen zentralen Faktor, um positive Ergebnisse zu erzielen. Im Gesundheitsministerium sieht sie das koordinierte und abgestimmte Vorgehen aller Systempartner (Bund, Länder, Sozialversicherung) als eine spannende Herausforderung.

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