So, 21. Oktober 2018

Grausame Bilanz

03.01.2017 08:25

Saudi-Henker richteten im Vorjahr 153 Menschen hin

In Saudi-Arabien sind nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP im Vorjahr nicht weniger als 153 Menschen hingerichtet worden. Die meisten Todesurteile, die häufig öffentlich vollstreckt werden, gab es wegen Mordes oder Drogenvergehen. Die Zahl der Hinrichtungen 2016 reichte fast an den traurigen Rekord von 2015 heran, als laut der Organisation Human Rights Watch in dem Königreich 158 Verurteilte exekutiert worden waren.

Allein am 2. Jänner 2016 wurden an einem einzigen Tag insgesamt 47 Menschen wegen "Terrorismus"-Vorwürfen hingerichtet, unter ihnen auch der schiitischen Geistliche Nimr al-Nimr, ein bekannter Kritiker der saudi-arabischen Führung. Seine Exekution hatte zu einer schweren Krise zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien geführt. In Teheran griffen aufgebrachte Demonstranten die Botschaft sowie ein Konsulat des Königreichs an. Riad brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

Todesstrafe für zahlreiche Vergehen üblich
Die Todesstrafe ist in Saudi-Arabien üblich und für zahlreiche Vergehen - darunter Mord, Vergewaltigung, Drogenschmuggel und Raub - vorgesehen. Laut der Amnesty-International-Expertin für Saudi-Arabien, Ruth Jüttner, wird die Todesstrafe in dem Land "nicht nur wegen Kapitalverbrechern verhängt, sondern auch bei den Tatbeständen Ehebruch, Verschwörung, Sabotage, Hexerei oder Abfall vom islamischen Glauben". Die Führung in Riad argumentiert mit der abschreckenden Wirkung der Hinrichtungen, weshalb die meisten Todeskandidaten auf öffentlichen Plätzen hingerichtet werden.

Menschenrechtsorganisationen zufolge gehört Saudi-Arabien zu den Ländern mit den weltweit meisten Hinrichtungen. Öffentliche Enthauptungen gehören im Golfstaat zum blutigen Alltag, ebenso wie das Auspeitschen oder das Erhängen von zum Tode Verurteilten auf Baukränen.

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